Personalbedarf berechnen: Formel und Methoden
Die richtige Anzahl an Mitarbeitern ist entscheidend für einen reibungslosen Betrieb. Zu wenig Personal führt zu Überlastung und Ausfällen, zu viel Personal zu unnötigen Kosten. Mit der richtigen Berechnung finden Sie die optimale Besetzung.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Personalbedarf hängt von Arbeitsvolumen, Anwesenheitsquote und Produktivität ab
- Die Grundformel: Bruttopersonalbedarf = Arbeitsvolumen / Kapazität pro Mitarbeiter
- Abwesenheiten (Urlaub, Krankheit) müssen einkalkuliert werden
- Verschiedene Methoden eignen sich für unterschiedliche Situationen
- Regelmäßige Überprüfung und Anpassung ist wichtig
Grundlagen der Personalbedarfsrechnung
Was ist Personalbedarf?
Der Personalbedarf gibt an, wie viele Mitarbeiter benötigt werden, um ein bestimmtes Arbeitsvolumen zu bewältigen. Er setzt sich zusammen aus:
- Bruttopersonalbedarf: Theoretisch nötige Mitarbeiter
- Reserve für Abwesenheiten: Urlaub, Krankheit, Fortbildung
- Nettopersonalbedarf: Tatsächlich nötige Stellen
Die Grundformel
Die einfachste Formel zur Berechnung:
Bruttopersonalbedarf = Arbeitsvolumen / Arbeitszeit pro Mitarbeiter
Beispiel:
- Arbeitsvolumen: 800 Stunden pro Woche
- Arbeitszeit pro Mitarbeiter: 40 Stunden pro Woche
- Bruttopersonalbedarf: 800 / 40 = 20 Mitarbeiter
Berücksichtigung von Abwesenheiten
Die Netto-Kapazität eines Mitarbeiters ist geringer als die Brutto-Arbeitszeit:
| Abwesenheitsgrund | Typische Tage/Jahr |
|---|---|
| Urlaub | 30 |
| Krankheit | 10-15 |
| Feiertage | 10-12 |
| Fortbildung | 3-5 |
| Sonstiges | 2-3 |
| Gesamt | 55-65 Tage |
Bei 250 Arbeitstagen im Jahr sind das ca. 22-26% Abwesenheit.
Methoden zur Bedarfsermittlung
Methode 1: Kennzahlenbasiert
Berechnung anhand von Produktivitätskennzahlen:
Personalbedarf = Leistungsmenge / Leistung pro Mitarbeiter
Beispiel Produktion:
- Zu fertigende Stücke pro Tag: 500
- Stücke pro Mitarbeiter pro Tag: 25
- Personalbedarf: 500 / 25 = 20 Mitarbeiter
Methode 2: Arbeitsplatzbasiert
Berechnung nach erforderlichen Arbeitsplätzen:
Personalbedarf = Arbeitsplätze × Schichten × Personalfaktor
Beispiel 3-Schicht-Betrieb:
- 10 Arbeitsplätze, 24/7 besetzt
- Personalfaktor: 4,5 (inkl. Abwesenheiten)
- Personalbedarf: 10 × 4,5 = 45 Mitarbeiter
Methode 3: Zeitbasiert
Berechnung anhand des Zeitbedarfs:
Personalbedarf = Stunden Bedarf / verfügbare Stunden pro MA
Beispiel:
- Wöchentlicher Bedarf: 400 Stunden
- Netto-Kapazität pro MA: 32 Stunden (80% von 40h)
- Personalbedarf: 400 / 32 = 12,5 → 13 Mitarbeiter
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Der Personalfaktor
Was ist der Personalfaktor?
Der Personalfaktor gibt an, wie viele Mitarbeiter für eine rund um die Uhr besetzte Position benötigt werden.
Berechnung des Personalfaktors
Personalfaktor = Zu besetzende Stunden pro Woche / Netto-Arbeitszeit pro MA
Beispiel für 24/7-Position:
- Zu besetzen: 168 Stunden/Woche
- Vertragsarbeitszeit: 40 Stunden/Woche
- Anwesenheitsquote: 80% (wegen Urlaub, Krankheit)
- Netto-Arbeitszeit: 40 × 0,8 = 32 Stunden/Woche
- Personalfaktor: 168 / 32 = 5,25
Typische Personalfaktoren
| Betriebsmodell | Personalfaktor |
|---|---|
| 8 h/Tag, Mo-Fr | 1,2-1,3 |
| 2 Schichten, Mo-Fr | 2,4-2,6 |
| 3 Schichten, Mo-Fr | 3,6-3,9 |
| 24/7 (vollkontinuierlich) | 4,5-5,5 |
Einflussfaktoren
Anwesenheitsquote
Die Anwesenheitsquote schwankt:
- Saisonal: Mehr Krankheit im Winter, Urlaub im Sommer
- Branchenspezifisch: Höhere Krankheitsquoten in belastenden Berufen
- Altersstruktur: Ältere Belegschaften haben oft höhere Ausfallzeiten
Produktivität
Die Produktivität variiert:
- Nach Tageszeit: Morgens oft höher als abends
- Nach Wochentag: Montags und freitags oft niedriger
- Nach Saison: Hitze oder Dunkelheit senken Produktivität
- Nach Erfahrung: Eingearbeitete Mitarbeiter arbeiten effizienter
Schwankender Bedarf
Der Bedarf kann variieren:
- Saisonal: Weihnachtsgeschäft, Sommerloch
- Wöchentlich: Stoßzeiten, ruhigere Phasen
- Täglich: Mittags mehr Kunden als morgens
- Unvorhersehbar: Auftragseingang, Krisen
Schichtspezifische Berechnung
2-Schicht-System
Berechnung für 2-Schicht-Betrieb:
- 2 Schichten à 8 Stunden
- 5 Tage pro Woche
- 80 Stunden pro Woche zu besetzen
Bei 40h-Woche und 80% Anwesenheit:
- Netto-Kapazität: 32 h/Woche
- Personalfaktor: 80 / 32 = 2,5
3-Schicht-System
Berechnung für 3-Schicht-Betrieb:
- 3 Schichten à 8 Stunden
- 5 Tage pro Woche
- 120 Stunden pro Woche zu besetzen
Bei 40h-Woche und 80% Anwesenheit:
- Netto-Kapazität: 32 h/Woche
- Personalfaktor: 120 / 32 = 3,75
Vollkontinuierlicher Betrieb
Berechnung für 24/7-Betrieb:
- 168 Stunden pro Woche zu besetzen
- Bei 40h-Woche und 80% Anwesenheit:
- Personalfaktor: 168 / 32 = 5,25
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Praxisbeispiel
Situation
Ein Produktionsbetrieb möchte den Personalbedarf für eine neue Fertigungslinie berechnen:
- Betriebszeit: 24/7 (vollkontinuierlich)
- Benötigte Arbeitsplätze: 5
- Vertragsarbeitszeit: 38,5 h/Woche
- Historische Anwesenheitsquote: 82%
Berechnung
Schritt 1: Netto-Kapazität berechnen
- 38,5 h × 0,82 = 31,6 h/Woche
Schritt 2: Personalfaktor ermitteln
- 168 h / 31,6 h = 5,32
Schritt 3: Personalbedarf berechnen
- 5 Arbeitsplätze × 5,32 = 26,6 → 27 Mitarbeiter
Schritt 4: Reserve einplanen
- 10% Reserve für Spitzen: 2,7 → 3 zusätzliche Mitarbeiter
Gesamtbedarf: 30 Mitarbeiter
Regelmäßige Überprüfung
Warum überprüfen?
Der Personalbedarf ändert sich durch:
- Veränderte Produktionsziele
- Prozessverbesserungen
- Neue Maschinen/Technologien
- Veränderte Öffnungszeiten
- Schwankende Nachfrage
Wie oft überprüfen?
Empfohlener Rhythmus:
- Jährlich: Grundsätzliche Bedarfsplanung
- Quartalsweise: Anpassung an Saisonalität
- Monatlich: Feinsteuerung bei starken Schwankungen
Häufige Fragen
Fazit
Die korrekte Berechnung des Personalbedarfs ist die Grundlage für eine erfolgreiche Dienstplanung. Mit den richtigen Formeln und Methoden ermitteln Sie, wie viele Mitarbeiter Sie wirklich brauchen – weder zu viele (Kosten) noch zu wenige (Überlastung). Berücksichtigen Sie dabei immer Abwesenheiten und Produktivitätsschwankungen, und überprüfen Sie Ihre Planung regelmäßig.
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