Projektzeiterfassung: Grundlagen und Best Practices
Die Projektzeiterfassung ist das Fundament für erfolgreiche Projekte. Sie ermöglicht präzise Kalkulationen, realistische Angebote und ein effektives Projektcontrolling.
Das Wichtigste in Kürze
- Projektzeiterfassung macht Projektkosten transparent und steuerbar
- Die Erfassung sollte zeitnah und detailliert genug erfolgen
- Gute Software vereinfacht die Erfassung und liefert aussagekräftige Reports
- Die Akzeptanz der Mitarbeiter ist entscheidend für valide Daten
- Erkenntnisse aus der Zeiterfassung verbessern künftige Kalkulationen
Warum Projektzeiterfassung wichtig ist
Für das Projektcontrolling
Die Projektzeiterfassung ermöglicht:
- Budgetkontrolle: Vergleich von Plan- und Ist-Zeiten
- Frühwarnsystem: Rechtzeitig Abweichungen erkennen
- Ressourcenplanung: Auslastung der Mitarbeiter steuern
- Rechnungsstellung: Basis für Time & Material-Abrechnungen
Für die Kalkulation
Aus erfassten Projektzeiten gewinnen Sie:
| Erkenntnis | Nutzen |
|---|---|
| Aufwand je Tätigkeit | Genauere Angebote |
| Produktivitätskennzahlen | Realistische Planung |
| Typische Mehraufwände | Risikopuffer kalkulieren |
| Lernkurven | Effizienzsteigerung messen |
Für die Abrechnung
Bei Projekten mit Zeitabrechnung ist die Erfassung essenziell:
- Nachvollziehbare Stundennachweise für Kunden
- Basis für die Rechnungsstellung
- Dokumentation bei Streitigkeiten
- Nachweis des Leistungsumfangs
Methoden der Projektzeiterfassung
Manuelle Erfassung
Die einfachste Form:
Vorteile:
- Keine Softwarekosten
- Keine Schulung erforderlich
Nachteile:
- Zeitaufwendig
- Fehleranfällig
- Schwer auswertbar
- Nachträgliche Erfassung problematisch
Zeiterfassungssoftware
Spezialisierte Software bietet:
- Schnelle Erfassung per Klick
- Automatische Auswertungen
- Integration mit anderen Systemen
- Mobile Erfassung unterwegs
Timer-basierte Erfassung
Die Stoppuhr-Methode:
- Bei Beginn einer Tätigkeit Timer starten
- Bei Unterbrechung pausieren
- Bei Ende stoppen und Projekt zuweisen
- Automatische Berechnung der Dauer
Tipp
Timer-basierte Erfassung liefert die genauesten Daten, erfordert aber Disziplin. Ideal für Tätigkeiten mit klarem Beginn und Ende.
Erfassungstiefe: Wie detailliert?
Groberfassung
Erfassung auf Projektebene:
- Einfach für Mitarbeiter
- Wenig Aufwand
- Ausreichend für Gesamtkosten
- Begrenzte Analysemöglichkeiten
Detailerfassung
Erfassung auf Tätigkeitsebene:
- Aufschlüsselung nach Projektphasen
- Unterscheidung nach Tätigkeitsarten
- Detaillierte Auswertungen möglich
- Höherer Erfassungsaufwand
Die richtige Balance finden
Empfehlung nach Projekttyp:
| Projekttyp | Empfohlene Tiefe |
|---|---|
| Interne Projekte | Groberfassung |
| Festpreisprojekte | Mittel |
| Time & Material | Detailerfassung |
| Agenturprojekte | Detailerfassung |
| Entwicklung | Mittel bis detailliert |
Implementierung in der Praxis
Schritt 1: Projektstruktur definieren
Legen Sie fest, wie Projekte strukturiert werden:
- Projekte und Teilprojekte
- Projektphasen
- Tätigkeitsarten
- Kundenordnung
Schritt 2: Erfassungsregeln festlegen
Definieren Sie klare Regeln:
Erfassungsregeln:
- Wann wird erfasst? (Täglich, nach jeder Tätigkeit)
- Wie genau? (15-Minuten-Intervalle, minutengenau)
- Was wird erfasst? (Nur produktive Zeit, alles)
- Wer genehmigt? (Projektleiter, automatisch)
Schritt 3: System einrichten
Konfigurieren Sie das System:
- Projekte anlegen
- Berechtigungen vergeben
- Workflows definieren
- Schnittstellen einrichten
Schritt 4: Mitarbeiter einbinden
Gewinnen Sie die Akzeptanz:
- Zweck der Erfassung erklären
- Nutzen für Mitarbeiter aufzeigen
- Schulung durchführen
- Feedback ermöglichen
Schritt 5: Kontinuierlich verbessern
Optimieren Sie den Prozess:
- Regelmäßig Datenqualität prüfen
- Feedback der Nutzer einholen
- Prozesse anpassen
- Best Practices teilen
Auswertung und Analyse
Soll-Ist-Vergleich
Vergleichen Sie geplante und tatsächliche Zeiten:
- Abweichungen identifizieren
- Ursachen analysieren
- Maßnahmen ableiten
- Lessons Learned dokumentieren
Kennzahlen
Wichtige Kennzahlen der Projektzeiterfassung:
- Produktivität: Produktive Stunden / Gesamtstunden
- Budgetausschöpfung: Ist-Stunden / Plan-Stunden
- Stundensatz: Erlös / Geleistete Stunden
- Overhead-Quote: Nicht-produktive Zeit / Gesamtzeit
Reports
Typische Reports:
- Projektstatus (Budget, Zeit, Fortschritt)
- Mitarbeiterauslastung
- Tätigkeitsverteilung
- Trend über Zeit
Häufige Herausforderungen
Vergessene Erfassung
Lösung: Erinnerungsfunktionen und einfache Nacherfassung
Ungenaue Erfassung
Lösung: Klare Regeln und Timer-Funktion
Widerstand der Mitarbeiter
Lösung: Transparente Kommunikation und Nutzen aufzeigen
Zu viel Overhead
Lösung: Erfassungstiefe an Projekttyp anpassen
Häufige Fragen zur Projektzeiterfassung
Fazit
Die Projektzeiterfassung ist keine lästige Pflicht, sondern ein wertvolles Werkzeug für erfolgreiches Projektmanagement. Mit der richtigen Balance zwischen Erfassungsaufwand und Detailtiefe gewinnen Sie wertvolle Erkenntnisse für bessere Projekte.
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