Mutterschutz: Arbeitszeit und Beschäftigungsverbot
Besonderer Schutz für Schwangere und junge Mütter – was das Gesetz vorschreibt.
Das Wichtigste in Kürze
- Mutterschutzgesetz (MuSchG) regelt Arbeitszeit
- Schutzfristen: 6 Wochen vor, 8 Wochen nach Geburt
- Besondere Arbeitszeitbeschränkungen während Schwangerschaft
- Beschäftigungsverbote möglich
- Voller Lohnschutz
Rechtlicher Hinweis
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht.
Schutzfristen
Vor der Geburt
6 Wochen Schutzfrist:
| Zeitraum | Regelung |
|---|---|
| 6 Wochen vor ET | Beschäftigungsverbot |
| Aber | Auf ausdrücklichen Wunsch arbeiten möglich |
| Widerruf | Jederzeit möglich |
| Vergütung | Mutterschaftsgeld + Zuschuss |
Nach der Geburt
8 Wochen Schutzfrist:
- Regelfall – 8 Wochen
- Frühgeburt – 12 Wochen
- Mehrlingsgeburt – 12 Wochen
- Behinderung des Kindes – 12 Wochen auf Antrag
- Keine Arbeit – Absolutes Beschäftigungsverbot
Abwesenheiten verwalten
MyTimeTracker erfasst Mutterschutz und andere Abwesenheiten korrekt.
- Sofort einsatzbereit
- DSGVO-konform
- Keine Einrichtung nötig
Arbeitszeit während der Schwangerschaft
Beschränkungen
Was nicht erlaubt ist:
| Beschränkung | Regelung |
|---|---|
| Mehr als 8,5h/Tag | Verboten |
| Mehr als 90h/2 Wochen | Verboten |
| Nachtarbeit (20-6 Uhr) | Verboten |
| Sonntags-/Feiertagsarbeit | Eingeschränkt |
| Überstunden | Verboten |
Ausnahmen
Wann doch möglich:
- Nachtarbeit – Bis 22 Uhr mit Genehmigung
- Sonn-/Feiertagsarbeit – In bestimmten Branchen
- Einwilligung – Nur wenn Frau ausdrücklich will
- Behördliche Genehmigung – Oft erforderlich
- Keine Gefährdung – Ärztlich bestätigt
Pausen und Stillzeit
Zusätzliche Rechte:
| Recht | Inhalt |
|---|---|
| Pausen | Wie andere AN |
| Stillzeit | Mind. 2×30 Min. oder 1×60 Min. täglich |
| Vergütung | Stillzeit ist bezahlt |
| Dauer | Für 12 Monate nach Geburt |
Beschäftigungsverbote
Generelles Verbot
Was verboten ist:
| Tätigkeit | Beispiel |
|---|---|
| Schwere körperliche Arbeit | Heben >5kg regelmäßig |
| Gefahrstoffe | Chemikalien, Strahlung |
| Akkordarbeit | Leistungslohn |
| Fließbandarbeit | Feste Taktung |
| Belastende Umgebung | Lärm, Hitze, Kälte |
Individuelles Beschäftigungsverbot
Vom Arzt:
- Attest – Vom Arzt ausgestellt
- Grund – Gefährdung von Mutter oder Kind
- Umfang – Teil- oder vollständig
- Vergütung – Voller Lohn durch AG
- Umsetzung – Sofort nach Vorlage
Beschäftigungsverbot dokumentieren
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Im Zeiterfassungssystem
Richtig erfassen
Was buchen:
| Phase | Buchung |
|---|---|
| Schwangerschaft (arbeitend) | Normale Arbeitszeit |
| Beschäftigungsverbot | Abwesenheit "Mutterschutz" |
| Schutzfrist vor Geburt | Abwesenheit "Mutterschutz" |
| Schutzfrist nach Geburt | Abwesenheit "Mutterschutz" |
| Stillzeit | Arbeitszeit (bezahlt) |
Soll-Zeit anpassen
Bei Arbeitszeitbeschränkung:
- Normale Schwangerschaft – Max. 8,5h/Tag als Soll
- Beschäftigungsverbot – Soll = 0
- Teilverbot – Reduzierte Soll-Zeit
- Nach Geburt – Soll = 0 (Schutzfrist)
Vergütung
Mutterschaftsgeld
Wer zahlt was:
| Leistung | Zahler |
|---|---|
| Mutterschaftsgeld | Krankenkasse (max. 13€/Tag) |
| Zuschuss | Arbeitgeber (Differenz) |
| Beschäftigungsverbot | Arbeitgeber (voller Lohn) |
| U2-Verfahren | AG bekommt Erstattung |
Berechnung
Wie viel:
- Während Arbeit – Normaler Lohn
- Beschäftigungsverbot – Durchschnitt der letzten 3 Monate
- Schutzfrist – Mutterschaftsgeld + AG-Zuschuss
- Gesamt – Wie normales Nettogehalt
Kündigungsschutz
Besonderer Schutz
Was gilt:
| Zeitraum | Schutz |
|---|---|
| Ab Schwangerschaft | Kündigungsverbot |
| Bis 4 Monate nach Geburt | Kündigungsverbot |
| Ausnahme | Nur mit behördlicher Zustimmung |
| Unkenntnis | Nachträgliche Mitteilung binnen 2 Wochen |
Häufige Fragen
Fazit
Das Mutterschutzgesetz schützt Schwangere und junge Mütter durch Arbeitszeitbeschränkungen, Beschäftigungsverbote und Schutzfristen. Während der Schwangerschaft: maximal 8,5 Stunden täglich, keine Nachtarbeit, keine Überstunden. Beschäftigungsverbote werden voll bezahlt. Im Zeiterfassungssystem als eigene Abwesenheitsart erfassen. Der besondere Kündigungsschutz sichert das Arbeitsverhältnis.
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