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Zeiterfassung für Rechtsanwälte und Steuerberater

Zeiterfassung für Rechtsanwälte und Steuerberater: Abrechnungsfähige Stunden erfassen, Mandanten zuordnen und profitabel arbeiten.

5 Min. Lesezeit
Anwalt bei der Zeiterfassung am Laptop

Zeiterfassung für Rechtsanwälte und Steuerberater

In Kanzleien ist Zeit Geld – im wörtlichen Sinn. Ob Stundenabrechnung oder Pauschalhonorar: Nur wer die aufgewendete Zeit kennt, kann profitabel arbeiten und fair abrechnen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zeiterfassung ist für Kanzleien geschäftsrelevant, nicht nur Compliance
  • Mandanten- und Fallzuordnung ermöglicht genaue Abrechnung
  • Tätigkeitsbeschreibungen sind für Honorarnoten wichtig
  • Mobile Erfassung spart Zeit bei Gerichtsterminen und Außenterminen
  • Integration mit Kanzleisoftware vermeidet Doppelarbeit

Warum Zeiterfassung in der Kanzlei?

Abrechnungsgrundlage

Stundenhonorar: Die erfassten Stunden sind direkt abrechnungsrelevant.

Pauschalhonorar: Auch hier ist die Zeiterfassung wichtig:

  • Nachkalkulation (war das Mandat profitabel?)
  • Pauschalen für zukünftige Mandate besser kalkulieren
  • Überschreitungen erkennen

Profitabilitätsanalyse

Auswertungen:

  • Welche Mandate sind profitabel?
  • Welche Tätigkeiten kosten zu viel Zeit?
  • Wie hoch ist die fakturierbare Quote?

Compliance

Auch für Kanzleien gilt:

  • Zeiterfassungspflicht nach BAG-Urteil
  • Arbeitszeitgesetz (für angestellte Anwälte)
  • Dokumentationspflicht

Besonderheiten in Kanzleien

Mandanten- und Fallstruktur

Typische Hierarchie:

  • Mandat/Akte (z.B. Markenrechtsstreit) – Teilaufgabe (z.B. Schriftsatz)

Tätigkeitskategorien

Typische Kategorien:

  • Beratung
  • Schriftsätze verfassen
  • Korrespondenz
  • Gerichtstermine
  • Recherche
  • Besprechungen
  • Reisezeit

Abrechenbare vs. nicht-abrechenbare Zeit

Abrechenbar:

  • Mandatsarbeit
  • Gerichtstermine
  • Beratungsgespräche

Nicht abrechenbar:

  • Akquise
  • Weiterbildung
  • Kanzleiverwaltung
  • Mitarbeiterbesprechungen

Tipp

Erfassen Sie auch nicht-abrechenbare Zeit. So sehen Sie, wie viel Ihrer Kapazität tatsächlich in fakturierbare Arbeit fließt.

Zeiterfassung für verschiedene Rollen

Anwälte/Steuerberater

Anforderungen:

  • Mandantenzuordnung
  • Tätigkeitsbeschreibung (für Honorarnote)
  • Mobile Erfassung (Außentermine)
  • Schnelle Eingabe

Praxis: Erfassung oft per Timer, der nach Tätigkeitswechsel gestoppt wird.

Rechtsanwaltsfachangestellte/Steuerfachangestellte

Anforderungen:

  • Mandantenzuordnung
  • Tätigkeitskategorien
  • Normale Zeiterfassung (Kommen/Gehen)

Praxis: Kombination aus Projektzeiterfassung (Mandate) und normaler Arbeitszeit.

Referendare/Praktikanten

Anforderungen:

  • Ausbildungsnachweis
  • Mandatsbezogene Erfassung
  • Stundenbegrenzungen beachten

Technische Umsetzung

Anforderungen an die Software

Muss-Kriterien: ☐ Mandanten- und Aktenstruktur ☐ Tätigkeitsbeschreibung (Freitext oder Kategorien) ☐ Timer-Funktion ☐ Mobile App ☐ Honorarnoten-Export ☐ Auswertungen nach Mandanten

Kann-Kriterien: ☐ Integration mit Kanzleisoftware (RA-MICRO, DATEV, etc.) ☐ Automatische Abrechnung ☐ Budgetüberwachung pro Mandat ☐ Konfliktprüfung

Timer vs. manuelle Eingabe

Timer:

  • Genauer
  • Weniger Schätzungen
  • Braucht Disziplin beim Wechsel

Manuelle Eingabe:

  • Nachträgliche Erfassung möglich
  • Weniger Unterbrechung im Workflow
  • Ungenauer

Empfehlung: Timer für konzentrierte Mandatsarbeit, manuelle Eingabe für kurze Tätigkeiten.

Integration mit Kanzleisoftware

Möglichkeiten:

  • Direkte Integration (Zeiten fließen in Honorarnote)
  • Export/Import (CSV, Excel)
  • API-Schnittstellen

Gängige Systeme:

  • RA-MICRO
  • AnNoText
  • DATEV (Steuerberater)
  • Lexware
  • Advokat

Hinweis

Prüfen Sie vor der Anschaffung, ob die Zeiterfassungssoftware mit Ihrer Kanzleisoftware kompatibel ist. Integration spart erheblich Zeit bei der Abrechnung.

Erfassung typischer Tätigkeiten

Mandantengespräch

Erfassen:

  • Start/Ende
  • Mandant/Akte
  • Kategorie: Beratung
  • Kurze Beschreibung

Beispiel:

10:00-11:15 | Müller GmbH / Markenstreit
Beratung | Besprechung zur Klageerwiderung

Schriftsatz verfassen

Erfassen:

  • Zeitraum (Timer empfohlen)
  • Mandant/Akte
  • Kategorie: Schriftsatz
  • Was wurde verfasst

Gerichtstermin

Erfassen:

  • Gesamtzeit (inkl. Wartezeit)
  • Reisezeit separat
  • Mandant/Akte
  • Ergebnis kurz notieren

Telefonat

Erfassen:

  • Dauer (oft in 6-Minuten-Einheiten)
  • Mandant
  • Ansprechpartner
  • Thema

Abrechnungspraktiken

6-Minuten-Taktung

Prinzip: Zeit wird in Zehntelstunden (6 Minuten) abgerechnet.

Umrechnung:

  • 6 Min. = 0,1 Std.
  • 12 Min. = 0,2 Std.
  • 30 Min. = 0,5 Std.

Vorteil: Auch kurze Tätigkeiten (Telefonat) werden erfasst.

Pauschalbeträge

Bei Standardtätigkeiten:

  • Telefoneinheit: 0,25 Std.
  • E-Mail: 0,1 Std.
  • Briefentwurf: Je nach Umfang

Honorarnote

Inhalt:

  • Datum der Tätigkeit
  • Beschreibung
  • Zeitaufwand
  • Stundensatz
  • Summe

Aus Zeiterfassung generieren: Export der erfassten Zeiten, formatiert als Honorarnote.

Kennzahlen für Kanzleien

Fakturierbare Quote

Formel:

Quote = Abrechenbare Stunden / Gesamtstunden × 100%

Zielwerte:

  • Anwälte: 60-80%
  • Partner: 50-70% (mehr Akquise)
  • Angestellte Anwälte: 70-80%

Realisierungsquote

Formel:

Realisierung = Abgerechnete Stunden / Erfasste Stunden × 100%

Bedeutung: Wie viel der geleisteten Zeit wird tatsächlich in Rechnung gestellt?

Profitabilität pro Mandant

Formel:

Profitabilität = Honorar - (Stunden × Kostensatz)

Häufige Fragen zur Kanzlei-Zeiterfassung

Es ist nicht vorgeschrieben, aber dringend empfohlen. Nur so wissen Sie, ob Ihre Pauschalen profitabel sind. Mandanten, die mehr Zeit brauchen als eingeplant, sollten erkannt werden, um Pauschalen anzupassen oder gezielt nachzuverhandeln.
Für die Honorarnote sollte die Beschreibung so genau sein, dass der Mandant nachvollziehen kann, wofür er zahlt. Beispiel: 'Prüfung und Beantwortung der gegnerischen Schreiben vom 12.03.' statt nur 'Korrespondenz'. Das erhöht die Akzeptanz der Rechnung.
Ja, das BAG-Urteil gilt auch für Kanzleien mit angestellten Anwälten oder Mitarbeitern. Auch wenn Anwälte oft eigenverantwortlich arbeiten, müssen Arbeitszeiten dokumentiert werden. Für Selbständige (Partner ohne Anstellung) gilt die Pflicht nicht.
Reisezeit sollte separat erfasst werden, da sie oft anders abgerechnet wird als reine Arbeitszeit (z.B. halber Stundensatz). Notieren Sie Start, Ende, Ziel und ob Sie während der Reise gearbeitet haben (z.B. Akten lesen im Zug).

Fazit

Zeiterfassung ist für Kanzleien doppelt wichtig: als Abrechnungsgrundlage und für die Profitabilitätsanalyse. Eine gute Lösung ermöglicht mandantenbezogene Erfassung, Tätigkeitsbeschreibungen und Integration mit der Kanzleisoftware. Investieren Sie in eine Lösung, die zu Ihrem Workflow passt – die Zeit dafür holen Sie schnell wieder rein.

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