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Projektcontrolling: Wichtige Kennzahlen für Projekte

Projektcontrolling mit den richtigen Kennzahlen: Budget, Auslastung und Profitabilität messen. So behalten Sie Ihre Projekte im Griff.

7 Min. Lesezeit
Dashboard mit Projektcontrolling-Kennzahlen

Projektcontrolling: Wichtige Kennzahlen für Projekte

Projekte ohne Controlling sind wie Autofahren ohne Tacho: Man weiß nie, wo man steht. Die richtigen Kennzahlen helfen, Budgets einzuhalten, Ressourcen zu steuern und die Profitabilität zu sichern.

Das Wichtigste in Kürze

  • Projektcontrolling basiert auf verlässlicher Zeiterfassung
  • Budgetkennzahlen zeigen Planabweichungen frühzeitig
  • Auslastungskennzahlen optimieren den Ressourceneinsatz
  • Profitabilitätskennzahlen bewerten den wirtschaftlichen Erfolg
  • Regelmäßiges Monitoring ermöglicht rechtzeitiges Gegensteuern

Grundlagen des Projektcontrollings

Was ist Projektcontrolling?

Definition: Projektcontrolling umfasst alle Maßnahmen zur Planung, Überwachung und Steuerung von Projekten hinsichtlich:

  • Zeit (Termine)
  • Kosten (Budget)
  • Leistung (Qualität, Umfang)

Ziele:

  • Planabweichungen erkennen
  • Rechtzeitig gegensteuern
  • Projekterfolg sichern
  • Lessons Learned gewinnen

Zeiterfassung als Basis

Warum essenziell:

  • Stunden sind die Währung im Projektgeschäft
  • Kostenberechnung basiert auf Zeitaufwand
  • Ohne genaue Daten kein genaues Controlling

Anforderungen:

  • Tägliche Erfassung
  • Zuordnung zu Projekten und Aufgaben
  • Trennung fakturierbar/nicht fakturierbar

Budget-Kennzahlen

Budgetauslastung

Formel:

Budgetauslastung = Ist-Aufwand / Budget × 100%

Beispiel:

  • Budget: 100 Stunden
  • Ist-Aufwand: 72 Stunden
  • Budgetauslastung: 72%

Interpretation:

AuslastungBewertung
< 70%Im Plan, Puffer vorhanden
70-90%Normal, aufmerksam bleiben
90-100%Kritisch, Gespräch mit Kunde
> 100%Überschritten, Maßnahmen nötig

Restbudget

Formel:

Restbudget = Budget - Ist-Aufwand

Beispiel:

  • Budget: 100 Stunden
  • Ist-Aufwand: 72 Stunden
  • Restbudget: 28 Stunden

Budget at Completion (BAC)

Formel:

BAC = Geplantes Gesamtbudget

Nutzen: Referenzwert für alle Vergleiche.

Estimate at Completion (EAC)

Formel:

EAC = Ist-Aufwand + Geschätzter Restaufwand

Beispiel:

  • Ist-Aufwand: 72 Stunden
  • Geschätzter Restaufwand: 40 Stunden
  • EAC: 112 Stunden

Bedeutung: Prognose für den Gesamtaufwand bei Projektende.

Tipp

Berechnen Sie die EAC regelmäßig neu. Sie zeigt frühzeitig, ob das Budget ausreicht oder Nachverhandlungen nötig sind.

Kostenabweichung (Cost Variance)

Formel:

CV = Budgetierte Kosten - Ist-Kosten

Beispiel:

  • Budget: 10.000 €
  • Ist-Kosten: 7.200 €
  • CV: +2.800 € (positiv = unter Budget)

Interpretation:

  • CV > 0: Unter Budget
  • CV = 0: Im Budget
  • CV < 0: Über Budget

Auslastungs-Kennzahlen

Auslastungsgrad

Formel:

Auslastung = Produktive Stunden / Verfügbare Stunden × 100%

Beispiel:

  • Verfügbare Stunden: 160 Std./Monat
  • Produktive Stunden: 128 Std.
  • Auslastung: 80%

Branchenrichtwerte:

BrancheZielauslastung
Agentur70-80%
Beratung75-85%
IT-Dienstleister70-80%
Ingenieurbüro75-85%

Fakturierbare Quote

Formel:

Fakturierbar = Fakturierbare Stunden / Gesamtstunden × 100%

Beispiel:

  • Gesamtstunden: 160 Std.
  • Fakturierbar: 120 Std.
  • Quote: 75%

Nicht-fakturierbare Zeit:

  • Interne Meetings
  • Akquise
  • Verwaltung
  • Weiterbildung

Überstundenquote

Formel:

Überstundenquote = Überstunden / Sollstunden × 100%

Warnsignal:

  • Dauerhaft > 10%: Kapazitätsproblem
  • Einzelne Mitarbeiter > 20%: Überlastungsgefahr

Profitabilitäts-Kennzahlen

Deckungsbeitrag

Formel:

Deckungsbeitrag = Umsatz - Variable Kosten

Für Projekte:

DB Projekt = Fakturierter Umsatz - (Stunden × Kostenssatz)

Beispiel:

  • Umsatz: 12.000 €
  • Kosten (100 Std. × 80 €): 8.000 €
  • Deckungsbeitrag: 4.000 €

Projekt-Marge

Formel:

Marge = Deckungsbeitrag / Umsatz × 100%

Beispiel:

  • Deckungsbeitrag: 4.000 €
  • Umsatz: 12.000 €
  • Marge: 33,3%

Bewertung:

MargeBewertung
> 40%Sehr gut
30-40%Gut
20-30%Akzeptabel
< 20%Kritisch

Return on Project (ROP)

Formel:

ROP = Projekt-Gewinn / Projektkosten × 100%

Nutzen: Vergleichbarkeit verschiedener Projekte.

Hinweis

Berechnen Sie Margen nicht nur am Projektende, sondern laufend. So erkennen Sie frühzeitig, wenn ein Projekt unrentabel wird.

Zeit-Kennzahlen

Schedule Performance Index (SPI)

Formel:

SPI = Earned Value / Planned Value

Interpretation:

  • SPI > 1: Voraus gegenüber Plan
  • SPI = 1: Im Plan
  • SPI < 1: Hinter Plan

Terminabweichung

Formel:

Terminabweichung = Ist-Ende - Plan-Ende

Beispiel:

  • Plan-Ende: 15.03.
  • Ist-Ende: 22.03.
  • Abweichung: +7 Tage (Verspätung)

Durchlaufzeit

Formel:

Durchlaufzeit = Projektende - Projektstart

Vergleich:

  • Geplante Durchlaufzeit
  • Tatsächliche Durchlaufzeit
  • Benchmark mit ähnlichen Projekten

Kennzahlen-Dashboard

Aufbau

Übersicht pro Projekt:

KennzahlWertStatus
Budgetauslastung72%🟢
Restbudget28 Std.🟢
Marge35%🟢
Terminabweichung+2 Tage🟡

Ampelsystem

Farbcodierung:

  • 🟢 Grün: Im Rahmen
  • 🟡 Gelb: Warnung
  • 🔴 Rot: Handlungsbedarf

Schwellenwerte definieren:

  • Budget: Gelb ab 80%, Rot ab 95%
  • Marge: Gelb unter 30%, Rot unter 20%
  • Termin: Gelb ab 1 Woche, Rot ab 2 Wochen

Drill-Down

Von der Übersicht ins Detail:

  • Einzelprojekt – Phase/Meilenstein
  • Aufgabe
  • Einzelbuchung

Reporting

Projektstatusbericht

Inhalt:

  • Aktuelle Kennzahlen
  • Abweichungsanalyse
  • Risiken und Maßnahmen
  • Prognose bis Projektende

Frequenz:

  • Wöchentlich: Kurz-Update
  • Monatlich: Detaillierter Bericht
  • Quartalsweise: Management-Summary

Zielgruppen

ZielgruppeFokus
ProjektleiterDetail, Aufgaben
GeschäftsführungÜbersicht, Profitabilität
KundeFortschritt, Meilensteine
TeamAktuelle Auslastung

Visualisierung

Empfohlene Darstellungen:

  • Burndown-Chart (Restaufwand)
  • Balkendiagramm (Budget vs. Ist)
  • Ampel-Übersicht (Status)
  • Trendlinien (Entwicklung)

Best Practices

Datenqualität sichern

Maßnahmen:

  • Tägliche Zeiterfassung
  • Plausibilitätsprüfungen
  • Regelmäßige Reviews
  • Korrekturmöglichkeiten

Typische Probleme:

  • Nachträgliche Erfassung (ungenau)
  • Pauschale Buchungen (nicht aussagekräftig)
  • Fehlende Zuordnung (nicht auswertbar)

Regelmäßigkeit

Rhythmus:

  • Täglich: Zeiterfassung
  • Wöchentlich: Kennzahlen-Check
  • Monatlich: Detailanalyse
  • Projektende: Lessons Learned

Handlungsableitung

Bei Abweichungen:

  1. Ursache analysieren
  2. Auswirkungen bewerten
  3. Maßnahmen definieren
  4. Umsetzung verfolgen
  5. Ergebnis prüfen

Tipp

Kennzahlen allein ändern nichts. Entscheidend ist, dass Sie aus den Zahlen Handlungen ableiten und diese konsequent umsetzen.

Software-Unterstützung

Anforderungen

Funktionen:

  • Automatische Berechnung
  • Echtzeit-Daten
  • Drill-Down-Möglichkeit
  • Export-Funktionen
  • Benachrichtigungen bei Schwellenwerten

Integration

Datenquellen:

  • Zeiterfassung (Stunden)
  • Buchhaltung (Kosten, Umsatz)
  • Projektmanagement (Meilensteine)
  • HR (Mitarbeiter, Stundensätze)

Häufige Fragen zum Projektcontrolling

Für aktive Projekte empfiehlt sich ein wöchentlicher Check der wichtigsten Kennzahlen (Budget, Auslastung). Detailanalysen können monatlich erfolgen. Bei kritischen Projekten oder in heißen Phasen sollten Sie täglich hinschauen.
Das hängt von Ihrer Situation ab. Für Dienstleister ist die Marge entscheidend. Für interne Projekte oft die Termintreue. Generell gilt: Die Budgetauslastung ist ein guter Frühindikator, da sie Probleme zeigt, bevor sie sich auf Marge oder Termine auswirken.
Arbeiten Sie mit Szenarien (Best/Worst/Most Likely Case). Aktualisieren Sie Schätzungen regelmäßig anhand neuer Erkenntnisse. Kommunizieren Sie Unsicherheiten offen gegenüber dem Kunden, besonders wenn Budgetüberschreitungen drohen.
Analysieren Sie die Ursachen: Zu niedrig kalkuliert? Scope Creep? Ineffiziente Prozesse? Leiten Sie Maßnahmen ab: Nachverhandlung, Prozessoptimierung oder im Extremfall Projektabbruch. Nutzen Sie die Erkenntnisse für künftige Kalkulationen.

Fazit

Projektcontrolling mit den richtigen Kennzahlen macht den Unterschied zwischen erfolgreichen und gescheiterten Projekten. Die Basis ist eine zuverlässige Zeiterfassung, darauf aufbauend liefern Budget-, Auslastungs- und Profitabilitätskennzahlen die nötige Transparenz. Entscheidend ist die regelmäßige Analyse und konsequente Handlungsableitung.

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