Cloud vs. On-Premise Zeiterfassung: Was passt besser?
Cloud oder eigener Server? Diese Frage stellt sich bei der Einführung einer Zeiterfassung. Beide Modelle haben Vor- und Nachteile – die richtige Wahl hängt von Ihren Anforderungen ab.
Das Wichtigste in Kürze
- Cloud: Geringe Startkosten, schnelle Einführung, automatische Updates
- On-Premise: Volle Kontrolle, einmalige Kosten, eigene IT nötig
- Cloud dominiert bei KMU, On-Premise bei Konzernen mit strengen Anforderungen
- Beide Modelle können DSGVO-konform sein
- Hybridlösungen kombinieren Vorteile beider Welten
Die Modelle im Überblick
Cloud (SaaS)
Definition: Die Software läuft auf Servern des Anbieters. Nutzer greifen über das Internet zu.
Merkmale:
- Zugriff per Browser oder App
- Daten beim Anbieter gespeichert
- Monatliche/jährliche Lizenzgebühren
- Anbieter übernimmt Wartung und Updates
On-Premise
Definition: Die Software wird auf eigenen Servern im Unternehmen installiert.
Merkmale:
- Lokale Installation
- Daten im eigenen Rechenzentrum
- Einmalige Lizenzkosten plus Wartung
- Eigene IT für Betrieb verantwortlich
Hybrid
Definition: Kombination aus Cloud und lokalen Komponenten.
Beispiele:
- Cloud-Software mit lokalen Terminals
- On-Premise-Server mit Cloud-Backup
- Lokale Datenbank, Cloud-Auswertung
Vergleich der Kriterien
Kosten
| Aspekt | Cloud | On-Premise |
|---|---|---|
| Anfangsinvestition | Gering | Hoch |
| Laufende Kosten | Monatlich | Wartung/Support |
| Hardware | Keine | Server erforderlich |
| IT-Personal | Nicht nötig | Erforderlich |
| Updates | Inklusive | Kostenpflichtig |
Cloud-Kosten (Beispiel 50 Mitarbeiter):
- Monatlich: 250-500 €
- Jährlich: 3.000-6.000 €
- Nach 5 Jahren: 15.000-30.000 €
On-Premise-Kosten (Beispiel 50 Mitarbeiter):
- Lizenz einmalig: 5.000-15.000 €
- Server-Hardware: 2.000-5.000 €
- Wartung jährlich: 1.000-3.000 €
- Nach 5 Jahren: 12.000-30.000 €
Fazit: Langfristig ähnliche Kosten, aber unterschiedliche Kostenstruktur.
Tipp
Berechnen Sie die Total Cost of Ownership (TCO) über 5 Jahre. Berücksichtigen Sie dabei auch versteckte Kosten wie IT-Aufwand bei On-Premise oder Datenmigration bei Cloud-Wechsel.
Flexibilität
Cloud:
- Schnelle Skalierung (Nutzer hinzufügen/entfernen)
- Zugriff von überall (Internet)
- Automatische Updates mit neuen Features
- Schnelle Einführung (Tage statt Wochen)
On-Premise:
- Anpassungen an individuelle Anforderungen
- Unabhängigkeit vom Anbieter
- Keine Abhängigkeit von Internet
- Volle Kontrolle über Updatezeitpunkt
Sicherheit und Datenschutz
Cloud:
- Professionelle Sicherheit beim Anbieter
- Verschlüsselte Übertragung
- Regelmäßige Backups
- Abhängig von Anbieter-Sicherheit
- Daten außerhalb des Unternehmens
On-Premise:
- Volle Kontrolle über Daten
- Keine Drittanbieter-Abhängigkeit
- Eigene Sicherheitsmaßnahmen nötig
- Backup in eigener Verantwortung
- Kein Internetzugang für Daten nötig
DSGVO: Beide Modelle können DSGVO-konform sein. Bei Cloud ist wichtig:
- Serverstandort in EU/Deutschland
- Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV)
- Technische und organisatorische Maßnahmen (TOM)
Wartung und Betrieb
| Aufgabe | Cloud | On-Premise |
|---|---|---|
| Software-Updates | Anbieter | Eigene IT |
| Sicherheits-Patches | Anbieter | Eigene IT |
| Server-Wartung | Anbieter | Eigene IT |
| Backup | Anbieter | Eigene IT |
| Monitoring | Anbieter | Eigene IT |
| Support | Anbieter | Eigene IT + Anbieter |
Verfügbarkeit
Cloud:
- Anbieter garantiert Uptime (meist 99,5-99,9%)
- Redundante Systeme
- Abhängig von Internetverbindung
- Keine Kontrolle bei Anbieter-Ausfall
On-Premise:
- Selbst verantwortlich für Uptime
- Eigene Redundanz aufbauen
- Unabhängig von Internet (lokal)
- Vollständige Kontrolle
Hinweis
Die meisten Cloud-Anbieter bieten höhere Verfügbarkeit als interne IT-Abteilungen. Prüfen Sie die Service Level Agreements (SLAs) vor Vertragsabschluss.
Wann welches Modell?
Cloud ist besser bei:
Unternehmensgröße:
- Kleine und mittlere Unternehmen (1-500 MA)
- Keine eigene IT-Abteilung
- Begrenztes Budget
Arbeitsweise:
- Verteilte Standorte
- Homeoffice und mobiles Arbeiten
- Schnelles Wachstum geplant
Anforderungen:
- Standard-Anforderungen
- Schnelle Einführung gewünscht
- Keine speziellen Compliance-Vorgaben
On-Premise ist besser bei:
Unternehmensgröße:
- Große Unternehmen (500+ MA)
- Eigene IT-Abteilung vorhanden
- Ausreichend Budget
Arbeitsweise:
- Zentraler Standort
- Sensible Branchen (Rüstung, Behörden)
- Langsames/vorhersehbares Wachstum
Anforderungen:
- Hohe Individualisierung nötig
- Strenge Datenschutzvorgaben
- Integration in bestehende Systeme
- Keine Internetabhängigkeit gewünscht
Entscheidungshilfe
Checkliste
Für Cloud entscheiden, wenn: ☐ Keine eigene IT-Abteilung ☐ Budget für laufende Kosten vorhanden ☐ Schnelle Einführung gewünscht ☐ Mobiler Zugriff wichtig ☐ Standard-Funktionen ausreichend
Für On-Premise entscheiden, wenn: ☐ Eigene IT-Abteilung vorhanden ☐ Investitionsbudget verfügbar ☐ Höchste Datenkontrolle erforderlich ☐ Individualisierung nötig ☐ Keine Internetabhängigkeit gewünscht
Fragen an den Anbieter
Cloud:
- Wo stehen die Server?
- Wie ist der Datenschutz gewährleistet?
- Wie funktioniert die Datenmigration?
- Welche SLAs werden geboten?
- Was passiert bei Insolvenz des Anbieters?
On-Premise:
- Welche Systemvoraussetzungen bestehen?
- Wie oft gibt es Updates?
- Was kostet der Support?
- Wie funktioniert die Installation?
- Welche Anpassungen sind möglich?
Migration und Wechsel
Von Papier/Excel zu Cloud
Vorteile:
- Schnelle Einführung
- Keine Hardware-Investition
- Sofort produktiv
Aufwand:
- Mitarbeiter anlegen
- Regeln konfigurieren
- Schulung (minimal)
Von On-Premise zu Cloud
Gründe:
- Wartungsaufwand reduzieren
- Modernisierung
- Kosten senken
Herausforderungen:
- Datenmigration
- Umgewöhnung
- Vertragsauflösung Alt-System
Von Cloud zu On-Premise
Gründe:
- Striktere Datenkontrolle
- Langfristige Kostensenkung
- Unabhängigkeit
Herausforderungen:
- Infrastruktur aufbauen
- Datenexport vom Altanbieter
- IT-Ressourcen bereitstellen
Trends und Ausblick
Aktuelle Entwicklungen
Cloud dominiert:
- 80%+ der Neueinführungen sind Cloud
- Auch große Unternehmen wechseln
- Funktionsumfang nimmt zu
Sicherheitsbedenken sinken:
- Deutsche Cloud-Anbieter
- Zertifizierte Rechenzentren
- DSGVO-Konformität Standard
Zukunft
Hybrid-Modelle:
- Lokale Terminals + Cloud-Backend
- Edge Computing
- Flexible Datenhoheit
Künstliche Intelligenz:
- Automatische Anomalie-Erkennung
- Prognosen
- Nur mit Cloud sinnvoll nutzbar
Hinweis
Die Entwicklung geht eindeutig Richtung Cloud. Für die meisten Unternehmen ist Cloud die richtige Wahl – On-Premise bleibt für spezielle Anforderungen relevant.
Häufige Fragen zu Cloud vs. On-Premise
Fazit
Cloud-Zeiterfassung ist für die meisten Unternehmen die bessere Wahl: geringe Startinvestition, schnelle Einführung, automatische Updates und professionelle Sicherheit. On-Premise bleibt relevant für Unternehmen mit strengen Compliance-Anforderungen oder dem Wunsch nach maximaler Datenkontrolle. Entscheidend ist, die eigenen Anforderungen klar zu definieren und die Gesamtkosten über mehrere Jahre zu vergleichen.
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