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Cloud vs. On-Premise Zeiterfassung: Was passt besser?

Cloud oder On-Premise Zeiterfassung? Vergleich der beiden Modelle nach Kosten, Sicherheit, Flexibilität und Wartungsaufwand.

6 Min. Lesezeit
Cloud vs. On-Premise Zeiterfassung Vergleich

Cloud vs. On-Premise Zeiterfassung: Was passt besser?

Cloud oder eigener Server? Diese Frage stellt sich bei der Einführung einer Zeiterfassung. Beide Modelle haben Vor- und Nachteile – die richtige Wahl hängt von Ihren Anforderungen ab.

Das Wichtigste in Kürze

  • Cloud: Geringe Startkosten, schnelle Einführung, automatische Updates
  • On-Premise: Volle Kontrolle, einmalige Kosten, eigene IT nötig
  • Cloud dominiert bei KMU, On-Premise bei Konzernen mit strengen Anforderungen
  • Beide Modelle können DSGVO-konform sein
  • Hybridlösungen kombinieren Vorteile beider Welten

Die Modelle im Überblick

Cloud (SaaS)

Definition: Die Software läuft auf Servern des Anbieters. Nutzer greifen über das Internet zu.

Merkmale:

  • Zugriff per Browser oder App
  • Daten beim Anbieter gespeichert
  • Monatliche/jährliche Lizenzgebühren
  • Anbieter übernimmt Wartung und Updates

On-Premise

Definition: Die Software wird auf eigenen Servern im Unternehmen installiert.

Merkmale:

  • Lokale Installation
  • Daten im eigenen Rechenzentrum
  • Einmalige Lizenzkosten plus Wartung
  • Eigene IT für Betrieb verantwortlich

Hybrid

Definition: Kombination aus Cloud und lokalen Komponenten.

Beispiele:

  • Cloud-Software mit lokalen Terminals
  • On-Premise-Server mit Cloud-Backup
  • Lokale Datenbank, Cloud-Auswertung

Vergleich der Kriterien

Kosten

AspektCloudOn-Premise
AnfangsinvestitionGeringHoch
Laufende KostenMonatlichWartung/Support
HardwareKeineServer erforderlich
IT-PersonalNicht nötigErforderlich
UpdatesInklusiveKostenpflichtig

Cloud-Kosten (Beispiel 50 Mitarbeiter):

  • Monatlich: 250-500 €
  • Jährlich: 3.000-6.000 €
  • Nach 5 Jahren: 15.000-30.000 €

On-Premise-Kosten (Beispiel 50 Mitarbeiter):

  • Lizenz einmalig: 5.000-15.000 €
  • Server-Hardware: 2.000-5.000 €
  • Wartung jährlich: 1.000-3.000 €
  • Nach 5 Jahren: 12.000-30.000 €

Fazit: Langfristig ähnliche Kosten, aber unterschiedliche Kostenstruktur.

Tipp

Berechnen Sie die Total Cost of Ownership (TCO) über 5 Jahre. Berücksichtigen Sie dabei auch versteckte Kosten wie IT-Aufwand bei On-Premise oder Datenmigration bei Cloud-Wechsel.

Flexibilität

Cloud:

  • Schnelle Skalierung (Nutzer hinzufügen/entfernen)
  • Zugriff von überall (Internet)
  • Automatische Updates mit neuen Features
  • Schnelle Einführung (Tage statt Wochen)

On-Premise:

  • Anpassungen an individuelle Anforderungen
  • Unabhängigkeit vom Anbieter
  • Keine Abhängigkeit von Internet
  • Volle Kontrolle über Updatezeitpunkt

Sicherheit und Datenschutz

Cloud:

  • Professionelle Sicherheit beim Anbieter
  • Verschlüsselte Übertragung
  • Regelmäßige Backups
  • Abhängig von Anbieter-Sicherheit
  • Daten außerhalb des Unternehmens

On-Premise:

  • Volle Kontrolle über Daten
  • Keine Drittanbieter-Abhängigkeit
  • Eigene Sicherheitsmaßnahmen nötig
  • Backup in eigener Verantwortung
  • Kein Internetzugang für Daten nötig

DSGVO: Beide Modelle können DSGVO-konform sein. Bei Cloud ist wichtig:

  • Serverstandort in EU/Deutschland
  • Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV)
  • Technische und organisatorische Maßnahmen (TOM)

Wartung und Betrieb

AufgabeCloudOn-Premise
Software-UpdatesAnbieterEigene IT
Sicherheits-PatchesAnbieterEigene IT
Server-WartungAnbieterEigene IT
BackupAnbieterEigene IT
MonitoringAnbieterEigene IT
SupportAnbieterEigene IT + Anbieter

Verfügbarkeit

Cloud:

  • Anbieter garantiert Uptime (meist 99,5-99,9%)
  • Redundante Systeme
  • Abhängig von Internetverbindung
  • Keine Kontrolle bei Anbieter-Ausfall

On-Premise:

  • Selbst verantwortlich für Uptime
  • Eigene Redundanz aufbauen
  • Unabhängig von Internet (lokal)
  • Vollständige Kontrolle

Hinweis

Die meisten Cloud-Anbieter bieten höhere Verfügbarkeit als interne IT-Abteilungen. Prüfen Sie die Service Level Agreements (SLAs) vor Vertragsabschluss.

Wann welches Modell?

Cloud ist besser bei:

Unternehmensgröße:

  • Kleine und mittlere Unternehmen (1-500 MA)
  • Keine eigene IT-Abteilung
  • Begrenztes Budget

Arbeitsweise:

  • Verteilte Standorte
  • Homeoffice und mobiles Arbeiten
  • Schnelles Wachstum geplant

Anforderungen:

  • Standard-Anforderungen
  • Schnelle Einführung gewünscht
  • Keine speziellen Compliance-Vorgaben

On-Premise ist besser bei:

Unternehmensgröße:

  • Große Unternehmen (500+ MA)
  • Eigene IT-Abteilung vorhanden
  • Ausreichend Budget

Arbeitsweise:

  • Zentraler Standort
  • Sensible Branchen (Rüstung, Behörden)
  • Langsames/vorhersehbares Wachstum

Anforderungen:

  • Hohe Individualisierung nötig
  • Strenge Datenschutzvorgaben
  • Integration in bestehende Systeme
  • Keine Internetabhängigkeit gewünscht

Entscheidungshilfe

Checkliste

Für Cloud entscheiden, wenn: ☐ Keine eigene IT-Abteilung ☐ Budget für laufende Kosten vorhanden ☐ Schnelle Einführung gewünscht ☐ Mobiler Zugriff wichtig ☐ Standard-Funktionen ausreichend

Für On-Premise entscheiden, wenn: ☐ Eigene IT-Abteilung vorhanden ☐ Investitionsbudget verfügbar ☐ Höchste Datenkontrolle erforderlich ☐ Individualisierung nötig ☐ Keine Internetabhängigkeit gewünscht

Fragen an den Anbieter

Cloud:

  1. Wo stehen die Server?
  2. Wie ist der Datenschutz gewährleistet?
  3. Wie funktioniert die Datenmigration?
  4. Welche SLAs werden geboten?
  5. Was passiert bei Insolvenz des Anbieters?

On-Premise:

  1. Welche Systemvoraussetzungen bestehen?
  2. Wie oft gibt es Updates?
  3. Was kostet der Support?
  4. Wie funktioniert die Installation?
  5. Welche Anpassungen sind möglich?

Migration und Wechsel

Von Papier/Excel zu Cloud

Vorteile:

  • Schnelle Einführung
  • Keine Hardware-Investition
  • Sofort produktiv

Aufwand:

  • Mitarbeiter anlegen
  • Regeln konfigurieren
  • Schulung (minimal)

Von On-Premise zu Cloud

Gründe:

  • Wartungsaufwand reduzieren
  • Modernisierung
  • Kosten senken

Herausforderungen:

  • Datenmigration
  • Umgewöhnung
  • Vertragsauflösung Alt-System

Von Cloud zu On-Premise

Gründe:

  • Striktere Datenkontrolle
  • Langfristige Kostensenkung
  • Unabhängigkeit

Herausforderungen:

  • Infrastruktur aufbauen
  • Datenexport vom Altanbieter
  • IT-Ressourcen bereitstellen

Trends und Ausblick

Aktuelle Entwicklungen

Cloud dominiert:

  • 80%+ der Neueinführungen sind Cloud
  • Auch große Unternehmen wechseln
  • Funktionsumfang nimmt zu

Sicherheitsbedenken sinken:

  • Deutsche Cloud-Anbieter
  • Zertifizierte Rechenzentren
  • DSGVO-Konformität Standard

Zukunft

Hybrid-Modelle:

  • Lokale Terminals + Cloud-Backend
  • Edge Computing
  • Flexible Datenhoheit

Künstliche Intelligenz:

  • Automatische Anomalie-Erkennung
  • Prognosen
  • Nur mit Cloud sinnvoll nutzbar

Hinweis

Die Entwicklung geht eindeutig Richtung Cloud. Für die meisten Unternehmen ist Cloud die richtige Wahl – On-Premise bleibt für spezielle Anforderungen relevant.

Häufige Fragen zu Cloud vs. On-Premise

Ja, professionelle Cloud-Anbieter investieren massiv in Sicherheit – oft mehr als interne IT-Abteilungen. Achten Sie auf: Serverstandort Deutschland/EU, ISO 27001-Zertifizierung, Verschlüsselung und einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV).
Seriöse Anbieter haben dafür Regelungen: Datenexport jederzeit möglich, Weiterbetrieb für Übergangsfrist, treuhänderische Datenhaltung. Fragen Sie vor Vertragsabschluss nach und prüfen Sie die AGB auf Insolvenzregelungen.
Technisch ja, aber es ist aufwändig. Datenexport, Aufbau eigener Infrastruktur und Schulung sind nötig. Prüfen Sie vor der Entscheidung für Cloud, ob Sie langfristig damit arbeiten können. Die meisten Unternehmen bleiben dauerhaft bei Cloud.
Nicht unbedingt. Zwar entfallen monatliche Gebühren, aber Wartung, Updates, Hardware-Erneuerung und IT-Personal kosten ebenfalls. Berechnen Sie die TCO über 5 Jahre und berücksichtigen Sie alle Faktoren, bevor Sie entscheiden.

Fazit

Cloud-Zeiterfassung ist für die meisten Unternehmen die bessere Wahl: geringe Startinvestition, schnelle Einführung, automatische Updates und professionelle Sicherheit. On-Premise bleibt relevant für Unternehmen mit strengen Compliance-Anforderungen oder dem Wunsch nach maximaler Datenkontrolle. Entscheidend ist, die eigenen Anforderungen klar zu definieren und die Gesamtkosten über mehrere Jahre zu vergleichen.

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