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Zeiterfassung im Call Center und Kundenservice

Zeiterfassung für Call Center: Schichtarbeit, Pausenregelung und Produktivitätsmessung richtig umsetzen.

5 Min. Lesezeit
Call Center Mitarbeiter am Arbeitsplatz mit Zeiterfassung

Zeiterfassung im Call Center und Kundenservice

Call Center arbeiten oft in Schichten, mit strengen Pausenregelungen und Produktivitätskennzahlen. Wie organisiert man Zeiterfassung, ohne die Mitarbeiter zu überwachen?

Das Wichtigste in Kürze

  • Schichtbasierte Zeiterfassung nötig
  • Pausenregelung besonders wichtig
  • Trennung von Zeiterfassung und Leistungsüberwachung
  • Login-Zeiten ≠ Arbeitszeiten
  • Datenschutz bei Auswertungen beachten

Besondere Anforderungen

Die Branche

Call Center und Kundenservice sind geprägt von:

MerkmalAuswirkung
SchichtbetriebFrüh-, Spät-, Nachtschicht
Hohe PersonalfluktuationEinfaches Onboarding
Strenge PausenregelnBildschirmarbeit-Pausen
ProduktivitätsdruckAbgrenzung zur Überwachung
Remote-ArbeitHomeoffice-Erfassung

Zeiterfassung vs. Leistungsüberwachung

Wichtige Unterscheidung:

  • Arbeitsbeginn/-ende
  • Pausenzeiten
  • Anwesenheit
  • Für: Lohnabrechnung, ArbZG
  • Gesprächsdauer
  • Calls pro Stunde
  • Nachbearbeitung
  • Für: Produktivität (BR-Mitbestimmung!)

Schichtbasierte Erfassung

Typische Schichtmodelle

Im Call Center üblich:

SchichtZeitBesonderheit
Früh06:00-14:00Erste Anrufe
Spät14:00-22:00Abendgeschäft
Nacht22:00-06:00Notfall-Hotlines
Geteilt10:00-14:00, 17:00-21:00Peak-Abdeckung

Schichtwechsel erfassen

Beim Schichtwechsel:

  • Pünktliches Stempeln wichtig
  • Übergabezeit einplanen
  • Klare Regeln für Zu-spät-Kommen
  • Frühes Gehen dokumentieren

Schichtplanung integrieren

Verbindung zur Dienstplanung:

  • Schichtplan erstellt
  • Mitarbeiter sehen ihre Schichten
  • Stempeln bei Schichtbeginn
  • System vergleicht Soll/Ist
  • Abweichungen werden markiert

Schichterfassung leicht gemacht

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Pausenregelung

Bildschirmarbeit-Pausen

Besondere Anforderungen:

RegelungBeschreibung
ArbStättVRegelmäßige Pausen bei Bildschirmarbeit
EmpfehlungAlle 50-60 Min. kurze Pause
Länge5-10 Minuten reichen
AlternativeMischarbeit (andere Tätigkeiten)

Pausenarten unterscheiden

Im Call Center typisch:

PausenartDauerBezahlt?
Mittagspause30-60 MinNein
Bildschirmpause5-10 MinJa
ToilettenpauseNach BedarfJa
RaucherpauseIndividuellOft nein

Erfassung in der Praxis

Wie Pausen dokumentieren:

  • Automatisch: System zieht 30 Min ab
  • Manuell: Mitarbeiter stempelt Pause
  • Bildschirmpausen: Nicht extra erfassen
  • Status: "Nicht erreichbar" im Telefonsystem

Login-Zeit vs. Arbeitszeit

Das Problem

Oft verwechselt:

BegriffBedeutung
Login-ZeitIm Telefonsystem angemeldet
ArbeitszeitAnwesenheit laut ArbZG
GesprächszeitTatsächlich telefoniert
NacharbeitDokumentation nach Call

Unterschiedliche Zwecke

Wofür welche Daten:

  • Für: Kapazitätsplanung
  • Nutzer: Workforce Management
  • Nicht für: Lohnabrechnung
  • Für: Lohnabrechnung, ArbZG
  • Nutzer: HR, Lohnbuchhaltung
  • Quelle: Zeiterfassungssystem

Systeme trennen

Empfehlung:

  • Zeiterfassung = ein System
  • Telefon-Login = anderes System
  • Keine automatische Verknüpfung
  • Manuelle Prüfung bei Unstimmigkeiten

Saubere Trennung

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Datenschutz und Betriebsrat

Mitbestimmung

Im Call Center besonders wichtig:

BereichMitbestimmung?
ZeiterfassungJa (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG)
Telefon-MonitoringJa
LeistungsauswertungJa
QualitätskontrolleJa

Betriebsvereinbarung

Typische Regelungen:

  • Zeiterfassung: Zweck, Zugriff
  • Monitoring: Was wird erfasst?
  • Auswertungen: Welche erlaubt?
  • Leistungskontrolle: Grenzen
  • Gesprächsaufzeichnung: Regeln
  • Datenschutz: Löschfristen

Grenzen beachten

Was nicht erlaubt ist:

  • Permanente Echtzeit-Überwachung
  • Individuelle Leistungsprofile ohne Zustimmung
  • Heimliches Mithören
  • Sanktionen basierend auf Überwachungsdaten

Remote und Homeoffice

Call Center von zu Hause

Immer häufiger:

HerausforderungLösung
Kein TerminalApp-basierte Erfassung
Keine KontrolleVertrauensarbeitszeit
PausenSelbstdokumentation
AbgrenzungKlare Arbeitszeiten

Homeoffice-Erfassung

Praktische Umsetzung:

  • Login in Zeiterfassungs-App
  • Arbeit beginnen
  • Pause stempeln
  • Arbeit beenden
  • Optional: Telefon-Login separat

Vertrauen vs. Kontrolle

Balance finden:

  • Ergebnisse zählen, nicht Anwesenheit
  • Regelmäßige Check-ins
  • Keine Überwachungssoftware
  • Klare Erwartungen kommunizieren

Kennzahlen und Auswertung

Zulässige Auswertungen

Aus Zeiterfassungsdaten:

KennzahlErlaubtNutzen
AnwesenheitsquoteJaPersonalplanung
ÜberstundenJaAuslastung
KrankenquoteJaTrends erkennen
PünktlichkeitJa (aggregiert)Prozesse

Unzulässige Nutzung

Was nicht geht:

  • Individuelle Leistungsbewertung
  • Ranking von Mitarbeitern
  • Bonus-Berechnung aus Zeiten
  • Kündigungsgründe aus Daten

Transparenz

Mitarbeiter sollten wissen:

  • Welche Daten werden erfasst?
  • Wer hat Zugriff?
  • Welche Auswertungen gibt es?
  • Wie lange werden Daten gespeichert?

Häufige Fragen

Ja, kurze Bildschirmpausen sind bezahlte Arbeitszeit. Sie dienen dem Gesundheitsschutz bei Bildschirmarbeit und müssen nicht separat ausgestempelt werden.
Das ist datenschutzrechtlich problematisch und unterliegt der Mitbestimmung. Zeiterfassung (für Lohnabrechnung) und Telefon-Monitoring (für Kapazitätsplanung) sollten getrennt bleiben.
Per App oder Web-Portal. Stempeln Sie bei Arbeitsbeginn ein und bei Arbeitsende aus. Pausen dokumentieren Sie wie im Büro. Der Telefon-Login ist davon unabhängig.
Wiederholte Verspätungen können ein Abmahnungsgrund sein. Die Zeiterfassung dient dabei als Nachweis. Einzelne Verspätungen sollten zunächst angesprochen werden.
Nein, aber er hat Mitbestimmungsrecht bei der Einführung und Ausgestaltung. Die Zeiterfassung selbst ist gesetzlich vorgeschrieben, der Betriebsrat bestimmt mit, wie sie umgesetzt wird.

Fazit

Zeiterfassung im Call Center muss sauber von Leistungsüberwachung getrennt werden. Schichtbasierte Erfassung, korrekte Pausendokumentation und Datenschutz sind die wichtigsten Themen. Bei Homeoffice-Arbeit gilt: Vertrauen vor Kontrolle. Der Betriebsrat sollte früh einbezogen werden – eine gute Betriebsvereinbarung schafft Klarheit für alle.

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