Personalbedarfsplanung: Kennzahlen und Methoden
Wie viel Personal brauchen Sie wirklich? Methoden für die richtige Bedarfsplanung.
Das Wichtigste in Kürze
- Personalbedarf systematisch ermitteln
- Brutto- vs. Nettobedarf unterscheiden
- Saisonale Schwankungen berücksichtigen
- Kennzahlen für Auslastung nutzen
- Puffer für Ausfälle einplanen
Grundlagen der Bedarfsplanung
Warum Bedarfsplanung wichtig ist
Die Konsequenzen:
| Situation | Problem |
|---|---|
| Zu wenig Personal | Überlastung, Qualitätsverlust |
| Zu viel Personal | Unnötige Kosten |
| Falsche Verteilung | Engpässe trotz genug Köpfen |
| Keine Planung | Reaktiv statt proaktiv |
Planungsebenen
Zeitliche Horizonte:
- Strategisch (1-5 Jahre) – Langfristige Personalentwicklung
- Taktisch (1 Jahr) – Jahresplanung, Budget
- Operativ (Wochen/Monate) – Schicht- und Einsatzplanung
- Kurzfristig (Tage) – Reaktion auf Ausfälle
Personalbedarf planen
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- Sofort einsatzbereit
- DSGVO-konform
- Keine Einrichtung nötig
Brutto- vs. Nettobedarf
Der Unterschied
Zwei Perspektiven:
| Art | Definition |
|---|---|
| Nettobedarf | Stunden, die gearbeitet werden müssen |
| Bruttobedarf | Personal, das angestellt sein muss |
| Differenz | Ausfallzeiten (Urlaub, Krankheit) |
Berechnung
So rechnen Sie:
- Nettobedarf – Arbeitsstunden pro Periode
- + Urlaubstage – ~30 Tage/Jahr = ~12%
- + Krankheitstage – ~10-15 Tage/Jahr = ~5%
- + Feiertage – ~10-12 Tage/Jahr = ~4%
- + Weiterbildung – ~5 Tage/Jahr = ~2%
- = Bruttobedarf – ~23% mehr als Nettobedarf
Rechenbeispiel
Konkret:
| Schritt | Wert |
|---|---|
| Nettobedarf | 1.000h/Monat |
| Ausfallquote | ~23% |
| Bruttobedarf | ~1.300h/Monat |
| Bei 160h/Vollzeit | ~8,1 VZÄ |
Wichtige Kennzahlen
Auslastungskennzahlen
Was messen:
| Kennzahl | Berechnung |
|---|---|
| Auslastungsgrad | Ist-Stunden / Soll-Stunden |
| Produktivität | Output / Arbeitsstunden |
| Überstundenquote | Überstunden / Gesamtstunden |
| Krankenquote | Krankheitstage / Arbeitstage |
Kapazitätskennzahlen
Verfügbarkeit messen:
- Verfügbare Kapazität – Personalbestand × Arbeitszeit
- Genutzte Kapazität – Tatsächlich geleistete Stunden
- Reserve – Verfügbar - Genutzt
- Engpassquote – Perioden mit Unterbesetzung
- Überbesetzungsquote – Perioden mit zu viel Personal
Kennzahlen im Blick
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Methoden der Bedarfsermittlung
Quantitative Methoden
Zahlenbasiert:
| Methode | Anwendung |
|---|---|
| Trendextrapolation | Aus Vergangenheit hochrechnen |
| Kennzahlenmethode | Stunden pro Einheit (Umsatz, Produkt) |
| Arbeitsstudien | Zeitaufnahme für Tätigkeiten |
| Stellenplanmethode | Aufgaben → Stellen ableiten |
Qualitative Methoden
Erfahrungsbasiert:
- Managementschätzung – Erfahrungswerte Führungskräfte
- Delphi-Methode – Mehrere Experten befragen
- Mitarbeiterbefragung – Team nach Einschätzung fragen
- Analogiemethode – Von vergleichbaren Bereichen ableiten
Saisonale Schwankungen
Muster erkennen
Typische Schwankungen:
| Branche | Hochsaison |
|---|---|
| Einzelhandel | Q4 (Weihnachten) |
| Gastronomie | Sommer, Feiertage |
| Steuerberater | Q1 (Jahresabschlüsse) |
| Logistik | Vorweihnachtszeit |
Planung anpassen
So reagieren:
- Analyse – Historische Daten auswerten
- Prognose – Bedarf pro Monat schätzen
- Flexibilität – Arbeitszeitkonten
- Teilzeitkräfte variabel
- Aushilfen einplanen
- Urlaub – In schwache Phasen legen
- Überstunden – Für Spitzen einplanen
Praktische Umsetzung
Schritt für Schritt
Vorgehen:
| Schritt | Aktion |
|---|---|
| 1. Analyse | Bisherige Daten sammeln |
| 2. Prognose | Zukünftigen Bedarf schätzen |
| 3. Bestand | Aktuelle Kapazität ermitteln |
| 4. Abgleich | Bedarf vs. Bestand |
| 5. Maßnahmen | Über-/Unterdeckung adressieren |
Datenquellen nutzen
Wo Informationen finden:
- Zeiterfassung – Ist-Stunden, Ausfälle
- Lohnbuchhaltung – Personalkosten
- ERP/Warenwirtschaft – Umsatz, Aufträge
- Dienstplanung – Besetzung, Engpässe
- Krankenstatistik – Ausfallquoten
Puffer einplanen
Warum Puffer wichtig sind
Risiken abfedern:
| Risiko | Häufigkeit |
|---|---|
| Krankheit | Täglich möglich |
| Kündigung | Plötzlich |
| Auftragsspitze | Unerwartet |
| Sonderaufgaben | Regelmäßig |
Wie viel Puffer
Empfehlungen:
- Grundpuffer – 5-10% auf Nettobedarf
- Saisonpuffer – Zusätzlich in Hochphasen
- Branchenabhängig – Pflege: Höher (strenge Besetzung)
- Büro: Niedriger (flexibler)
- Produktion: Mittel
- Erfahrungswert – Aus eigener Historie ableiten
Häufige Fragen
Fazit
Die Personalbedarfsplanung ist die Grundlage für gute Dienstplanung. Unterscheiden Sie Brutto- und Nettobedarf, berücksichtigen Sie Ausfälle und saisonale Schwankungen. Kennzahlen wie Auslastungsgrad und Krankenquote helfen bei der Steuerung. Planen Sie Puffer ein und aktualisieren Sie die Planung regelmäßig. Eine gute Zeiterfassung liefert die Datenbasis für fundierte Personalentscheidungen.
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