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Onboarding neuer Mitarbeiter: Leitfaden

Onboarding neuer Mitarbeiter: Strukturierter Leitfaden für die erfolgreiche Einarbeitung vom ersten Tag an.

6 Min. Lesezeit
Neue Mitarbeiterin beim Onboarding im Unternehmen

Onboarding neuer Mitarbeiter: Leitfaden

Der erste Tag im neuen Job prägt die gesamte Zusammenarbeit. Ein strukturiertes Onboarding hilft neuen Mitarbeitern, schnell produktiv zu werden, und reduziert die Fluktuation in der Probezeit. Dieser Leitfaden zeigt, wie Einarbeitung gelingt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Onboarding beginnt vor dem ersten Arbeitstag (Preboarding)
  • Strukturierte Einarbeitung verkürzt die Zeit bis zur Produktivität
  • Klare Ansprechpartner und Paten erleichtern den Start
  • Regelmäßiges Feedback ist wichtig
  • Onboarding dauert idealerweise 3-6 Monate

Phasen des Onboardings

Preboarding (vor dem ersten Tag)

Die Zeit zwischen Vertragsunterschrift und erstem Arbeitstag:

AktivitätVerantwortlich
Willkommens-E-Mail sendenHR / Vorgesetzter
Arbeitsplatz vorbereitenIT / Facility
Team informierenVorgesetzter
Einarbeitungsplan erstellenVorgesetzter / HR
Zugänge einrichtenIT

Erster Tag

Der erste Eindruck zählt:

  • Begrüßung durch Vorgesetzten
  • Arbeitsplatz zeigen
  • Team vorstellen
  • Wichtigste Systeme erklären
  • Gemeinsames Mittagessen
  • Unternehmensrundgang
  • Erste Aufgaben erklären
  • Abschlussgespräch: Fragen beantworten

Erste Woche

Orientierung und erste Schritte:

  • Alle wichtigen Ansprechpartner kennenlernen
  • Systeme und Tools einführen
  • Erste kleinere Aufgaben übernehmen
  • Unternehmenswerte und -kultur vermitteln

Erster Monat

Tiefere Einarbeitung:

  • Eigenständige Aufgaben übernehmen
  • Prozesse verstehen
  • Erste Projekte mitarbeiten
  • Feedback-Gespräch

Probezeit (3-6 Monate)

Volle Integration:

  • Eigenverantwortliches Arbeiten
  • Regelmäßige Feedback-Gespräche
  • Zielerreichung prüfen
  • Probezeitgespräch vor Ende

Zeiterfassung von Anfang an

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Einarbeitungsplan erstellen

Struktur

Ein guter Einarbeitungsplan enthält:

ElementInhalt
ZeitraumWoche 1, Monat 1, Monat 3
ThemenWas soll gelernt werden?
VerantwortlicheWer erklärt was?
ZieleWas soll erreicht werden?
Check-insWann wird Fortschritt geprüft?

Beispiel Einarbeitungsplan

Woche 1:

  • Tag 1: Begrüßung, Rundgang, Arbeitsplatz
  • Tag 2-3: Systeme und Tools kennenlernen
  • Tag 4-5: Erste Aufgaben mit Anleitung

Woche 2-4:

  • Prozesse verstehen
  • Eigenständige Aufgaben
  • Wöchentliches Feedback-Gespräch

Monat 2-3:

  • Volle Aufgabenübernahme
  • Projekt mitarbeiten
  • 14-tägliches Feedback

Monat 4-6:

  • Eigenverantwortlich arbeiten
  • Monatliches Feedback
  • Probezeitgespräch

Checkliste erstellen

Eine Onboarding-Checkliste hilft:

  • Vertrag unterschrieben
  • Arbeitsplatz eingerichtet
  • IT-Zugänge vorhanden
  • Team informiert
  • Pate zugewiesen
  • Einarbeitungsplan erstellt
  • Willkommenspaket bereit

Paten und Mentoren

Die Rolle des Paten

Ein Pate (Buddy) ist ein erfahrener Kollege, der:

  • Ansprechpartner für Alltagsfragen ist
  • Die informelle Seite erklärt
  • Beim Einleben hilft
  • Kein Vorgesetzter ist (offenere Kommunikation)

Auswahl des Paten

Gute Paten sind:

  • Erfahren im Unternehmen
  • Geduldig und hilfsbereit
  • Gut vernetzt im Team
  • Zeitlich verfügbar
  • Freiwillig

Mentoring

Bei Fachkräften und Führungspositionen:

  • Mentor für fachliche Entwicklung
  • Regelmäßige Mentor-Gespräche
  • Langfristiger als Pate (über Onboarding hinaus)

Feedback-Gespräche

Regelmäßigkeit

PhaseHäufigkeit
Erste WocheTäglich kurz
Monat 1Wöchentlich
Monat 2-3Alle 2 Wochen
Monat 4-6Monatlich

Inhalte

Feedback-Gespräche sollten behandeln:

  • Wie geht es dem neuen Mitarbeiter?
  • Was läuft gut, was nicht?
  • Welche Fragen sind offen?
  • Wird der Einarbeitungsplan eingehalten?
  • Gibt es Anpassungsbedarf?

Probezeitgespräch

Vor Ende der Probezeit:

  • Zusammenfassung der Einarbeitung
  • Zielerreichung besprechen
  • Entscheidung: Übernahme oder nicht?
  • Perspektiven und nächste Schritte

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Typische Fehler vermeiden

Fehler 1: Kein Einarbeitungsplan

Problem: Neue Mitarbeiter werden „ins kalte Wasser" geworfen.

Lösung: Strukturierten Plan erstellen, bevor der neue Mitarbeiter startet.

Fehler 2: Erster Tag schlecht vorbereitet

Problem: Arbeitsplatz nicht fertig, Team nicht informiert.

Lösung: Checkliste für Preboarding, Verantwortliche benennen.

Fehler 3: Zu viel auf einmal

Problem: Überforderung durch zu viele Informationen am ersten Tag.

Lösung: Informationen dosieren, wichtiges zuerst.

Fehler 4: Kein Feedback

Problem: Neue Mitarbeiter wissen nicht, wie sie stehen.

Lösung: Regelmäßige Feedback-Gespräche einplanen.

Fehler 5: Zu kurzes Onboarding

Problem: Nach einer Woche wird erwartet, dass alles funktioniert.

Lösung: Onboarding über 3-6 Monate planen.

Onboarding für verschiedene Positionen

Fachkräfte

  • Fokus auf fachliche Einarbeitung
  • Systeme und Prozesse im Detail
  • Projekte zur Einarbeitung

Führungskräfte

  • Unternehmenskultur verstehen
  • Stakeholder kennenlernen
  • Team übernehmen
  • Erwartungen klären

Auszubildende

  • Längere Einarbeitung
  • Ausbildungsplan integrieren
  • Regelmäßige Betreuung
  • Berufsschule berücksichtigen

Remote-Mitarbeiter

  • Virtuelle Begrüßung und Rundgang
  • Hardware vorab zusenden
  • Regelmäßige Video-Calls
  • Intensivere Betreuung nötig

Häufige Fragen

Ein gutes Onboarding dauert mindestens die Probezeit, also 3-6 Monate. Die intensive Phase ist der erste Monat, danach wird die Betreuung graduell weniger. Komplette Integration kann 6-12 Monate dauern.
Ein Willkommenspaket kann enthalten: Arbeitsvertrag und wichtige Dokumente, Mitarbeiterhandbuch, Organigramm, Kontaktliste, Begrüßungskarte vom Team, eventuell kleine Geschenke (Tasse, Notizbuch mit Firmenlogo).
Die Verantwortung ist geteilt: HR koordiniert den Prozess und stellt Unterlagen bereit. Der direkte Vorgesetzte ist für die fachliche Einarbeitung und Integration ins Team verantwortlich. Ein Pate unterstützt im Alltag.
Remote-Onboarding erfordert mehr Planung: Hardware vorab zusenden, virtuelle Vorstellungsrunden, regelmäßige Video-Calls, digitale Dokumentation aller Prozesse. Der persönliche Kontakt sollte nicht zu kurz kommen – idealerweise ein Präsenz-Tag zu Beginn.
Sprechen Sie Probleme früh an – in den regelmäßigen Feedback-Gesprächen. Passen Sie den Einarbeitungsplan an, wenn nötig. Bei grundlegenden Problemen (falsche Stellenbesetzung?) sollten Sie vor Ende der Probezeit ehrlich sprechen.

Fazit

Gutes Onboarding ist eine Investition, die sich auszahlt: Neue Mitarbeiter werden schneller produktiv, fühlen sich willkommen und bleiben länger im Unternehmen. Mit einem strukturierten Einarbeitungsplan, klaren Verantwortlichkeiten und regelmäßigem Feedback gelingt der Start – und legt das Fundament für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

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