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Probezeit: Regelungen und Tipps für Arbeitgeber

Probezeit richtig gestalten: Dauer, Kündigungsfrist und Beurteilung. Was Arbeitgeber wissen müssen.

5 Min. Lesezeit
Neuer Mitarbeiter in der Probezeit

Probezeit: Regelungen und Tipps für Arbeitgeber

Die Probezeit gibt beiden Seiten die Chance, die Zusammenarbeit zu testen. Was müssen Arbeitgeber rechtlich beachten, und wie nutzen Sie die Zeit sinnvoll?

Das Wichtigste in Kürze

  • Probezeit muss vereinbart werden
  • Maximal 6 Monate zulässig
  • Kündigungsfrist: 2 Wochen
  • Kein Kündigungsschutz in Probezeit
  • Klare Erwartungen von Anfang an

Rechtlicher Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Rechtliche Grundlagen

Was ist die Probezeit?

Die Probezeit ermöglicht:

AspektBedeutung
Für ArbeitgeberEignung prüfen
Für ArbeitnehmerStelle und Umfeld testen
KündigungsfristVerkürzt (2 Wochen)
KündigungsschutzNoch nicht anwendbar

Muss Probezeit vereinbart werden?

Ohne Vereinbarung:

  • Gesetzliche Kündigungsfristen gelten – 4 Wochen zum 15./Monatsende
  • Kein "automatischer" Probezeitstatus
  • Kündigungsschutz nach 6 Monaten
  • → Probezeit immer vertraglich regeln!

Maximale Dauer

Grenzen beachten:

SituationMax. Probezeit
Normalfall6 Monate
Befristete VerträgeAngemessen zur Vertragsdauer
Ausbildung1-4 Monate
AuszubildendeMind. 1 Monat

Probezeit dokumentieren

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Kündigung in der Probezeit

Kündigungsfrist

Während der Probezeit:

AspektRegelung
Gesetzliche Frist2 Wochen
Zum TerminJederzeit (nicht zum 15./Monatsende)
SchriftformErforderlich
BegründungNicht erforderlich

Wer ist geschützt?

Auch in der Probezeit gilt:

  • Schwangerschaft
  • Elternzeit (ab Antrag)
  • Schwerbehinderte (SGB IX)
  • Betriebsratsmitglieder
  • Auszubildende (nach Probezeit)
  • Diskriminierungsverbot (AGG)

Kündigungsgründe

Was beachten:

GrundZulässig?
Leistung nicht ausreichendJa
Passt nicht ins TeamJa
Betriebliche GründeJa
DiskriminierungNein!
Rache für KritikNein!

Probezeit effektiv nutzen

Einarbeitung gestalten

Die ersten Wochen:

WocheFokus
1-2Orientierung, Basics
3-4Erste eigenständige Aufgaben
5-8Reguläre Arbeit mit Begleitung
9-12Zunehmend selbstständig

Feedback geben

Regelmäßige Rückmeldung:

  • Woche 1: Tägliche Check-ins
  • Woche 2-4: Wöchentliche Gespräche
  • Monat 2-3: 14-tägig
  • Monat 4-5: Monatlich
  • Monat 5: Beurteilungsgespräch
  • Ende Monat 6: Abschlussgespräch

Erwartungen klären

Von Anfang an:

Was klärenWann
AufgabenTag 1
Ziele für ProbezeitWoche 1
LeistungsstandardsWoche 1
VerhaltenserwartungenWoche 1
BeurteilungskriterienWoche 1

Arbeitszeit in der Probezeit

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Beurteilung

Kriterien definieren

Was bewerten:

BereichBeispiel-Kriterien
FachlichAufgaben erfüllt, Qualität
SozialTeamintegration, Kommunikation
ZuverlässigkeitPünktlichkeit, Termine
LernfähigkeitEntwicklung, Feedback-Umsetzung
MotivationEngagement, Initiative

Dokumentation

Was festhalten:

  • Einarbeitungsplan
  • Gesprächsprotokolle
  • Feedback (positiv und kritisch)
  • Konkrete Beispiele
  • Vereinbarungen
  • Abschlussbewertung

Probezeitgespräch

Vor Ende der Probezeit:

ZeitpunktInhalt
Woche 20-22Tendenz mitteilen
Woche 24Finale Entscheidung
Bei ÜbernahmePerspektiven besprechen
Bei TrennungSauber kommunizieren

Wenn es nicht passt

Frühzeitig erkennen

Warnsignale:

  • Häufiges Zuspätkommen
  • Wiederholte Fehler trotz Feedback
  • Keine Lernkurve
  • Konflikte im Team
  • Desinteresse, Passivität

Optionen

Was tun:

OptionWann sinnvoll
Intensives CoachingBei Potenzial
VersetzungBei falschem Einsatzort
KündigungBei echtem Misfit
AufhebungsvertragEinvernehmliche Trennung

Kündigung aussprechen

Wenn nötig:

  • Rechtzeitig (vor Ablauf der 6 Monate)
  • Schriftlich
  • Frist 2 Wochen
  • Persönliches Gespräch (Respekt)
  • Gründe erläutern (nicht rechtlich nötig)
  • Zeugnis vorbereiten

Sonderfall: Verlängerung

Geht das?

Verlängerung der Probezeit:

SituationMöglich?
Einseitig durch AGNein
Mit Zustimmung ANBedingt
Über 6 MonateNein
Durch Aufhebung + NeuvertragProblematisch

Alternative

Wenn mehr Zeit nötig:

  • Klares Gespräch über Bedenken
  • Entwicklungsziele vereinbaren
  • Regelmäßiges Feedback
  • Nach 6 Monaten: Entscheidung

Häufige Fragen

Ja, eine Probezeit muss ausdrücklich vereinbart werden. Ohne Vereinbarung gilt sie nicht – dann greifen sofort die längeren gesetzlichen Kündigungsfristen.
Grundsätzlich ja. Das Kündigungsschutzgesetz gilt erst nach 6 Monaten Betriebszugehörigkeit. Aber: Diskriminierung ist auch in der Probezeit verboten. Und bei Schwangeren, Schwerbehinderten etc. gelten Sonderregeln.
Gesetzlich 2 Wochen, zu jedem beliebigen Tag. Längere Fristen können vertraglich vereinbart werden, kürzere nicht. Die Kündigung muss schriftlich erfolgen.
Nur mit Zustimmung des Arbeitnehmers, und auch dann ist die Maximaldauer von 6 Monaten eine Grenze. Eine 'automatische' Verlängerung oder einseitige Verlängerung ist nicht möglich.
Führen Sie ein offenes Gespräch mit dem Mitarbeiter. Formulieren Sie klare Erwartungen und einen Zeitrahmen. Dokumentieren Sie alles. Wenn sich bis kurz vor Ende der Probezeit nichts verbessert, sollten Sie eine Entscheidung treffen.

Fazit

Die Probezeit ist eine Chance für beide Seiten – nutzen Sie sie aktiv. Klare Erwartungen, regelmäßiges Feedback und saubere Dokumentation machen die Beurteilung einfacher. Wenn es nicht passt, ist eine rechtzeitige Trennung für alle besser als ein langes Leidensweg. Und wenn es passt: Willkommen im Team.

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