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Projektzeit-Schätzung: Aufwand richtig einschätzen

Aufwandsschätzung für Projekte: Methoden, Fehlerquellen und wie Sie realistischer planen.

5 Min. Lesezeit
Team bei der Aufwandsschätzung

Projektzeit-Schätzung: Aufwand richtig einschätzen

Zu optimistisch geschätzt? So werden Ihre Projektschätzungen realistischer.

Das Wichtigste in Kürze

  • Schätzungen sind immer unsicher – Bandbreiten angeben
  • Historische Daten als Referenz nutzen
  • Team einbeziehen (Wisdom of Crowds)
  • Optimismus-Bias bewusst korrigieren
  • Puffer für Unvorhergesehenes einplanen

Warum Schätzungen schwer sind

Typische Probleme

Was schiefgeht:

ProblemAuswirkung
Optimismus-BiasSystematisch zu niedrig
Unbekannte FaktorenNicht eingeplant
Scope CreepAnforderungen wachsen
Komplexität unterschätztMehr Aufwand als gedacht
Abhängigkeiten vergessenVerzögerungen

Planungsfehlschluss

Warum wir falsch liegen:

  • Best-Case-Denken – Alles läuft glatt
  • Erfahrung ignoriert – Es war immer mehr
  • Einmaligkeit betont – "Dieses Mal ist anders"
  • Details übersehen – Aufwand für Kleinigkeiten
  • Zeitdruck – Wunsch vs. Realität

Schätzungen verbessern

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Schätzmethoden

Expertenurteil

Erfahrung nutzen:

VorteilNachteil
SchnellSubjektiv
ErfahrungsbasiertEinzelmeinung
Keine Daten nötigOptimismus-Bias
IntuitivSchwer nachvollziehbar

Analogieschätzung

Vergleich mit Ähnlichem:

  • Referenzprojekt finden – Ähnlich in Umfang/Art
  • Aufwand übertragen – War X Stunden
  • Anpassen – Unterschiede berücksichtigen
  • Validieren – Passt der Vergleich?
  • Dokumentieren – Warum diese Referenz

Drei-Punkt-Schätzung (PERT)

Bandbreite angeben:

SchätzungBeschreibung
Optimistisch (O)Wenn alles glatt läuft
Wahrscheinlich (M)Normalfall
Pessimistisch (P)Bei Problemen
Ergebnis(O + 4×M + P) / 6

Planning Poker

Im Team schätzen:

  • Aufgabe vorstellen – Alle verstehen
  • Individuell schätzen – Verdeckt, unabhängig
  • Aufdecken – Gleichzeitig zeigen
  • Diskutieren – Extreme begründen
  • Neu schätzen – Bis Konsens
  • Ergebnis festhalten – Begründung dokumentieren

Historische Daten nutzen

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Schätzgenauigkeit verbessern

Aufgaben zerlegen

Kleinere Einheiten:

GrößeSchätzbarkeit
Große AufgabeSchwer schätzbar
Mittlere AufgabeBesser
Kleine AufgabeGut schätzbar
RichtwertMax. 1-2 Tage

Historische Daten nutzen

Aus der Vergangenheit lernen:

  • Vergangene Projekte – Geplant vs. tatsächlich
  • Schätzfaktor ermitteln – z.B. immer 1,3x mehr
  • Nach Aufgabentyp – Unterschiede erkennen
  • Nach Schätzer – Wer schätzt wie
  • Datenbank aufbauen – Für künftige Schätzungen

Bias korrigieren

Systematische Fehler ausgleichen:

BiasKorrektur
OptimismusFaktor 1,2-1,5
AnkereffektUnabhängig schätzen
GruppendenkenAnonyme Schätzung erst
BestätigungsfehlerGegenargumente suchen

Unsicherheit kommunizieren

Bandbreiten statt Punktschätzung

Ehrlich sein:

StattBesser
"5 Tage""4-7 Tage"
"100 Stunden""80-130 Stunden"
"Bis Freitag fertig""Freitag wahrscheinlich, Montag sicher"

Konfidenzintervalle

Wahrscheinlichkeiten:

  • 50% Konfidenz – 40-60 Stunden
  • 80% Konfidenz – 30-80 Stunden
  • 95% Konfidenz – 20-100 Stunden
  • Bedeutung – Je sicherer, desto breiter

Puffer planen

Arten von Puffern

Was einplanen:

PufferZweck
ProjektpufferAllgemeine Reserve
AufgabenpufferPro Arbeitspaket
RisikopufferFür bekannte Risiken
ManagementreserveFür Unbekanntes

Puffergröße bestimmen

Richtwerte:

  • Bekannte Aufgaben – 10-15%
  • Neue Technologie – 30-50%
  • Erstmaliges Projekt – 50-100%
  • Externe Abhängigkeiten – 20-30%
  • Insgesamt – Nicht einfach addieren

Häufige Fragen

Das hängt vom Projektstand ab. Früh im Projekt sind ±50% normal. Nach detaillierter Planung sollten ±15-20% möglich sein. Wichtiger als Genauigkeit ist, dass Sie die Unsicherheit kommunizieren und mit Bandbreiten arbeiten.
Weder noch – realistisch. Zu optimistisch führt zu Stress und Überstunden, zu pessimistisch zu verlorenen Aufträgen. Die Drei-Punkt-Schätzung hilft, beide Extreme zu berücksichtigen und einen realistischen Mittelwert zu finden.
Bleiben Sie bei Ihrer Einschätzung, aber bieten Sie Alternativen: Was kann mit weniger Aufwand erreicht werden? Welche Funktionen sind verzichtbar? Wo sind Risiken, die der Kunde übernehmen kann? Nie unter Wert verkaufen – das führt zu Problemen.
Führen Sie konsequent Nachkalkulationen durch: Geplant vs. tatsächlich, für jede Aufgabe. Analysieren Sie: Wo lagen wir daneben? Warum? Bauen Sie eine Datenbank auf. Mit der Zeit werden Ihre Schätzfaktoren genauer.
Die Personen, die die Arbeit auch machen. Sie haben das beste Verständnis für den tatsächlichen Aufwand. Führungskräfte neigen zu Optimismus. Im Idealfall schätzt ein Team gemeinsam (Planning Poker) – das gleicht individuelle Verzerrungen aus.

Fazit

Gute Aufwandsschätzung ist eine Fähigkeit, die sich entwickeln lässt. Nutzen Sie strukturierte Methoden wie Drei-Punkt-Schätzung oder Planning Poker, zerlegen Sie große Aufgaben, und lernen Sie aus historischen Daten. Kommunizieren Sie Unsicherheit mit Bandbreiten statt Punktschätzungen. Und planen Sie Puffer ein – Unvorhergesehenes passiert immer. Die beste Schätzung ist die, deren Unsicherheit ehrlich kommuniziert wird.

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