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Biometrische Zeiterfassung: Fingerabdruck und mehr

Biometrische Zeiterfassung mit Fingerabdruck: Funktionsweise, Datenschutz und Alternativen.

5 Min. Lesezeit
Fingerabdruck-Scanner zur Zeiterfassung

Biometrische Zeiterfassung: Fingerabdruck und mehr

Eindeutige Identifikation durch Körpermerkmale – aber ist das erlaubt?

Das Wichtigste in Kürze

  • Biometrische Daten sind besonders geschützt (DSGVO Art. 9)
  • Freiwillige Einwilligung meist nicht ausreichend
  • Fingerabdruck-Daten werden als Template gespeichert
  • Alternativen zur Biometrie oft ausreichend
  • Betriebsrat hat Mitbestimmungsrecht

Was ist biometrische Zeiterfassung

Methoden

Verschiedene Verfahren:

MethodeMerkmal
FingerabdruckFingerlinienbild
GesichtserkennungGesichtsgeometrie
Iris-ScanAugenmuster
VenenscanVenenmuster der Hand
HandgeometrieHandform

Wie es funktioniert

Ablauf:

  • Registrierung – Merkmal wird erfasst
  • Template-Erstellung – Mathematisches Muster
  • Speicherung – Template in Datenbank
  • Erkennung – Aktueller Scan vs. Template
  • Buchung – Bei Übereinstimmung

Zeiterfassung ohne Biometrie

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Datenschutz-Problematik

Besondere Kategorie

DSGVO-Einordnung:

AspektRegelung
EinordnungBesondere Datenkategorie (Art. 9)
GrundsatzVerarbeitung verboten
AusnahmenSehr eng begrenzt
EinwilligungFreiwilligkeit fraglich
AlternativenMüssen geprüft werden

Warum kritisch

Probleme:

  • Sensible Daten – Körpermerkmale
  • Unveränderlich – Fingerabdruck bleibt gleich
  • Missbrauchspotenzial – Bei Datenverlust problematisch
  • Abhängigkeitsverhältnis – Freiwilligkeit fragwürdig
  • Verhältnismäßigkeit – Oft nicht gegeben

Rechtliche Einschätzung

Aktuelle Rechtslage

Was gilt:

QuellePosition
DSGVOStrenge Anforderungen
DSK (Datenschutzkonferenz)Skeptisch
ArbeitsgerichteUnterschiedlich
BetriebsverfassungsgesetzMitbestimmung nötig

Einwilligung ausreichend?

Problematisch:

  • Freiwilligkeit – Im Job schwer darstellbar
  • Abhängigkeit – Arbeitnehmer unter Druck
  • Alternative – Muss immer angeboten werden
  • Widerrufbarkeit – Jederzeit möglich
  • Konsequenz – Einwilligung meist nicht tragfähig

Datenschutzkonform

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Technische Details

Template vs. Bild

Wie Daten gespeichert werden:

MethodeSpeicherung
BildspeicherungVollständiger Fingerabdruck – kritisch
TemplateMathematisches Modell – besser
Lokale SpeicherungAuf Chip im Gerät – am besten
Zentrale DatenbankServer-Speicherung – riskanter

Sicherheit

Aspekte:

  • Verschlüsselung – Template muss verschlüsselt sein
  • Zugriff – Wer kann auf Daten zugreifen
  • Löschung – Bei Ausscheiden sicher löschen
  • Backup – Auch Templates sichern?
  • Datenverlust – Was wenn Daten gestohlen?

Alternativen

Weniger invasive Methoden

Was sonst möglich ist:

MethodeVorteil
ChipkarteKeine Körperdaten
PINEinfach, günstig
AppFlexibel
RFID-TagSchnell, kontaktlos
NFC-BadgeModern, praktisch

Missbrauchsschutz ohne Biometrie

Maßnahmen:

  • Chipkarte + PIN – Zwei-Faktor-Authentifizierung
  • Foto bei Buchung – Zur Kontrolle, nicht biometrisch
  • Standort-Check – GPS bei App
  • Stichproben – Manuelle Kontrolle
  • Auswertung – Auffälligkeiten erkennen

Mitbestimmung

Betriebsrat

Erforderlich:

AspektMitbestimmung
EinführungJa (§ 87 BetrVG)
AusgestaltungJa
DatenverwendungJa
BetriebsvereinbarungRatsam

Was regeln

In der Betriebsvereinbarung:

  • Welche Daten – Nur Template, kein Bild
  • Speicherort – Lokal vs. zentral
  • Zugriff – Wer darf zugreifen
  • Löschung – Wann, wie
  • Alternative – Muss immer möglich sein
  • Kontrolle – Keine Leistungsüberwachung

Häufige Fragen

Das ist rechtlich umstritten und von Datenschutzbehörden kritisch gesehen. Die DSGVO verbietet grundsätzlich die Verarbeitung biometrischer Daten, Ausnahmen sind eng. Eine Alternative (Chipkarte, PIN) muss angeboten werden. Der Betriebsrat muss zustimmen.
Wenn eine Alternative angeboten wird: Ja, Sie können auf die Alternative bestehen. Wenn keine Alternative angeboten wird, ist das System wahrscheinlich rechtswidrig. Wenden Sie sich an den Betriebsrat oder Datenschutzbeauftragten.
Die biometrischen Daten müssen bei Ausscheiden gelöscht werden – es gibt keinen Grund für weitere Speicherung. Fordern Sie eine Bestätigung der Löschung an. Templates sollten sofort, spätestens mit dem letzten Arbeitstag entfernt werden.
Ja, bei 'Match-on-Card' wird das Template nur lokal auf der Chipkarte gespeichert und verlässt diese nie. Die Verarbeitung erfolgt auf der Karte. Das ist datenschutzfreundlicher als zentrale Speicherung, aber die grundsätzliche Problematik bleibt.
Für Gesichtserkennung gelten dieselben strengen DSGVO-Regeln wie für Fingerabdrücke – es sind biometrische Daten. Die Rechtslage ist sogar noch kritischer, weil Gesichter auch ohne Kooperation erfasst werden können. Sehr problematisch.

Fazit

Biometrische Zeiterfassung ist technisch möglich, aber datenschutzrechtlich hochproblematisch. Die DSGVO stellt strenge Anforderungen an die Verarbeitung biometrischer Daten, und die Freiwilligkeit der Einwilligung ist im Arbeitsverhältnis fraglich. Alternativen wie Chipkarten oder PINs erreichen den Zweck ohne sensible Körperdaten. Wenn biometrische Erfassung eingesetzt wird, sollte sie freiwillig, mit Alternative und per Betriebsvereinbarung geregelt sein.

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