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Mehrarbeit und Überstunden korrekt erfassen

Überstunden erfassen: Unterschied Mehrarbeit/Überstunden, rechtlich korrekte Dokumentation.

5 Min. Lesezeit
Uhr zeigt Überstunden an

Mehrarbeit und Überstunden korrekt erfassen

Mehr gearbeitet als vereinbart? So dokumentieren Sie Mehrarbeit rechtssicher.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mehrarbeit: Über gesetzliche Höchstarbeitszeit hinaus
  • Überstunden: Über vertragliche Arbeitszeit hinaus
  • Korrekte Erfassung schützt beide Seiten
  • Dokumentation für Vergütungs-/Freizeitansprüche
  • Unterschiedliche rechtliche Konsequenzen

Mehrarbeit vs. Überstunden

Definitionen

Wichtiger Unterschied:

BegriffDefinition
ÜberstundenÜber vertragliche Arbeitszeit
MehrarbeitÜber gesetzliche Höchstarbeitszeit
BeispielVertrag: 35h, gearbeitet 42h = 7 Überstunden
Mehrarbeit-BeispielGearbeitet 50h/Woche = Mehrarbeit

Warum der Unterschied wichtig ist

Rechtliche Folgen:

  • Überstunden – Vertragsfrage
  • Vergütung nach Vertrag/TV
  • Freizeitausgleich möglich
  • Mehrarbeit – Ordnungswidrigkeit möglich
  • ArbZG-Verstoß
  • Bußgelder für Arbeitgeber
  • Kombination – Beides kann zusammen auftreten

Überstunden im Blick

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Erfassungspflicht

Was dokumentiert werden muss

Nach aktuellem Recht:

AspektAnforderung
ArbeitsbeginnDokumentieren
ArbeitsendeDokumentieren
DauerBerechnen
Über 8hZwingend nach ArbZG
ÜberstundenFür Vergütungsanspruch

Wie erfassen

Methoden:

  • Automatisch – System erkennt Überschreitung
  • Separate Kennzeichnung – Überstunden markieren
  • Genehmigungspflichtig – Freigabe durch Vorgesetzten
  • Grund dokumentieren – Warum Überstunden nötig
  • Ausgleich planen – Vergütung oder Freizeit

Praktische Umsetzung

Tägliche Erfassung

Was buchen:

BuchungBeispiel
Arbeitsbeginn08:00
Arbeitsende18:30
Pause30 Min.
Arbeitszeit10h
Überstunden2h (bei 8h Soll)

Monatliche Übersicht

Was auswerten:

  • Soll-Stunden – Vertragliche Arbeitszeit
  • Ist-Stunden – Tatsächlich gearbeitet
  • Differenz – Plus oder Minus
  • Kumuliert – Saldo Arbeitszeitkonto
  • Ausgleich – Geplant/erfolgt

Automatische Berechnung

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Arbeitszeitkonto

Überstunden sammeln

Wie funktioniert es:

FunktionBeschreibung
Plus-StundenGuthaben bei Mehrarbeit
Minus-StundenBei weniger Arbeit
AusgleichFreizeit oder Auszahlung
GrenzenOber- und Untergrenzen
VerfallsregelnWann verfallen Stunden

Grenzen setzen

Typische Regelungen:

  • Obergrenze Plus – z.B. max. +50h
  • Untergrenze Minus – z.B. max. -20h
  • Ausgleichsfrist – z.B. innerhalb 6 Monaten
  • Warnung – Bei Annäherung an Grenze
  • Eskalation – Pflichtausgleich anordnen

Vergütung oder Freizeitausgleich

Optionen

Was möglich ist:

OptionBeschreibung
Freizeitausgleich1:1 oder mit Zuschlag
AuszahlungStundenlohn oder mit Zuschlag
VerfallBei Nichtregelung möglich
PauschalierungPauschal abgegolten (mit Grenzen)

Zuschläge

Wann zusätzlich:

  • Tarifvertrag – Oft 25% Zuschlag
  • Arbeitsvertrag – Individuelle Regelung
  • Nacht – Zusätzlich 25% (steuerfrei)
  • Sonntag – Zusätzlich 50% (steuerfrei)
  • Feiertag – Zusätzlich 125% (steuerfrei)

Rechtliche Grenzen

Höchstarbeitszeit

Was gilt:

RegelungGrenze
Tägliche ArbeitszeitMax. 10h
Wöchentliche ArbeitszeitDurchschnitt 48h
Ausgleichszeitraum6 Monate (TV bis 12)
RuhezeitMin. 11h zwischen Schichten

ArbZG-Verstoß

Wenn Grenzen überschritten:

  • Bußgeld – Bis 30.000€ pro Verstoß
  • Ordnungswidrigkeit – Arbeitgeber haftet
  • Straftat – Bei Vorsatz möglich
  • Arbeitsrecht – Weigerungsrecht MA

Sonderfälle

Dienstreisen

Was gilt:

SituationArbeitszeit?
Reisen während ArbeitszeitJa
Reisen außerhalbKommt drauf an
Arbeit im Zug/FlugzeugJa
Passive ReisezeitStreitig

Bereitschaftsdienst

Erfassung:

  • Vollständig Arbeitszeit – Seit EuGH/BAG
  • Erfassung – Beginn bis Ende
  • Vergütung – Kann reduziert sein (TV)
  • Überstunden – Zählt zur Gesamtzeit
  • Ruhezeit – Danach erforderlich

Kontrolle und Transparenz

Für Arbeitnehmer

Was wichtig ist:

AspektTipp
Eigene AufzeichnungParallel führen
Regelmäßig prüfenSaldo kontrollieren
Abweichungen meldenZeitnah reklamieren
Nachweise aufbewahrenFür 3 Jahre

Für Arbeitgeber

Was beachten:

  • System bereitstellen – Einfach, zuverlässig
  • Regeln definieren – Klar kommunizieren
  • Genehmigungsprozess – Wer ordnet Überstunden an
  • Monitoring – Grenzen überwachen
  • Ausgleich sicherstellen – Proaktiv planen

Häufige Fragen

Nur wenn vertraglich oder tariflich geregelt. Ohne Regelung kann der Arbeitgeber keine Überstunden anordnen, außer in echten Notfällen. Wenn eine Überstundenregelung existiert, müssen Sie zumutbare Überstunden leisten – aber immer im Rahmen des ArbZG.
Überstunden, die Sie nicht nachweisen können, sind schwer durchzusetzen. Die Beweislast liegt bei Ihnen. Daher: Immer erfassen, auch wenn der Arbeitgeber kein System hat. Eigene Aufzeichnungen (mit Datum, Dauer, Tätigkeit) können vor Gericht helfen.
Nur begrenzt. Klauseln wie 'alle Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten' sind unwirksam, wenn sie uferlos sind. Wirksam sind Klauseln mit konkreter Stundenangabe (z.B. 'bis zu 10 Überstunden/Monat') bei angemessener Grundvergütung.
Die reguläre Verjährungsfrist beträgt 3 Jahre. Aber: Arbeitsverträge und Tarifverträge haben oft kürzere Ausschlussfristen (z.B. 3-6 Monate). Prüfen Sie Ihren Vertrag und machen Sie Ansprüche rechtzeitig geltend.
Das hängt von der Vereinbarung ab. Wenn der Vertrag 'Freizeitausgleich' vorsieht, kann der Arbeitgeber Auszahlung verweigern. Ohne Regelung haben Sie Wahlrecht. Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses müssen nicht genommene Stunden meist ausbezahlt werden.

Fazit

Überstunden und Mehrarbeit korrekt zu erfassen ist wichtig für Vergütungsansprüche, Gesundheitsschutz und Compliance. Der Unterschied zwischen Überstunden (vertragliche Überschreitung) und Mehrarbeit (gesetzliche Überschreitung) hat rechtliche Konsequenzen. Ein gutes Zeiterfassungssystem erkennt Überstunden automatisch, warnt bei Grenzüberschreitungen und bildet die Basis für fairen Ausgleich. Im Zweifel: Immer dokumentieren, auch mit eigenen Aufzeichnungen.

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