Notfallplan bei Personalausfall erstellen
Der Anruf kommt morgens um 6 Uhr: Ein Mitarbeiter fällt aus. Die Schicht beginnt in einer Stunde. Ohne Notfallplan beginnt jetzt hektisches Telefonieren. Mit einem guten Notfallplan wissen alle Beteiligten sofort, was zu tun ist.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Notfallplan reduziert Stress und Chaos bei Ausfällen
- Eskalationsstufen definieren, wer wann handelt
- Vertretungslisten und Springer-Pools vorbereiten
- Kommunikationswege festlegen und üben
- Regelmäßig den Plan überprüfen und aktualisieren
Warum ein Notfallplan?
Typische Ausfallszenarien
| Szenario | Häufigkeit | Vorlaufzeit |
|---|---|---|
| Akute Krankheit | Sehr häufig | Stunden |
| Kinderkrankheit | Häufig | Stunden |
| Unfall | Selten | Keine |
| Familiärer Notfall | Gelegentlich | Stunden |
| Mehrere gleichzeitige Ausfälle | Selten | Variabel |
Folgen ohne Notfallplan
- Chaos: Hektisches Telefonieren, Stress für alle
- Zeitverlust: Wertvolle Zeit geht für Organisation verloren
- Fehler: Unter Druck werden schlechte Entscheidungen getroffen
- Ungleichheit: Immer dieselben springen ein
- Burnout: Chronische Überlastung der Zuverlässigen
Vorteile eines Notfallplans
- Ruhe: Alle wissen, was zu tun ist
- Schnelligkeit: Sofortige Handlungsfähigkeit
- Fairness: Rotierende Vertretungsregelungen
- Qualität: Durchdachte Lösungen statt Improvisation
- Dokumentation: Nachvollziehbare Prozesse
Bestandteile eines Notfallplans
1. Eskalationsstufen
Definieren Sie, ab wann welche Maßnahmen greifen:
Stufe 1 – Grün (Normal)
- Vollständige Besetzung
- Keine Maßnahmen nötig
- Regulärer Betrieb
Stufe 2 – Gelb (Einzelausfall)
- Ein Mitarbeiter fehlt
- Interne Vertretung aktivieren
- Springer kontaktieren
Stufe 3 – Orange (Mehrere Ausfälle)
- Mehrere Mitarbeiter fehlen
- Rufbereitschaft aktivieren
- Überstunden anordnen
Stufe 4 – Rot (Kritisch)
- Kritische Unterbesetzung
- Notbetrieb einleiten
- Externe Hilfe (Leiharbeit)
- Management informieren
2. Verantwortlichkeiten
Wer macht was bei Ausfall?
| Rolle | Aufgabe |
|---|---|
| Schichtleitung | Erste Reaktion, Springer kontaktieren |
| Teamleitung | Eskalation bei Stufe 3+ |
| HR | Leiharbeit, langfristige Lösungen |
| Geschäftsführung | Entscheidungen bei Stufe 4 |
3. Vertretungslisten
Für jede Schicht eine Liste mit:
- Erste Wahl: Springer aus dem Pool
- Zweite Wahl: Mitarbeiter mit passendem Freizeitprofil
- Dritte Wahl: Mitarbeiter, die Überstunden ansammeln können
- Vierte Wahl: Externe Unterstützung
4. Kontaktdaten
Zentrale Übersicht mit:
- Handynummern aller Mitarbeiter
- Erreichbarkeit (wann am besten)
- Präferenzen (welche Schichten möglich)
- Qualifikationen (welche Bereiche)
Notfälle schnell managen
MyTimeTracker zeigt verfügbare Mitarbeiter und deren Qualifikationen auf einen Blick.
- Sofort einsatzbereit
- DSGVO-konform
- Keine Einrichtung nötig
Erstellung des Notfallplans
Schritt 1: Bestandsaufnahme
Analysieren Sie zunächst:
- Wie oft fallen Mitarbeiter aus? (Krankheitsquote)
- Wann fallen sie am häufigsten aus? (Montage, Winter)
- Welche Schichten sind kritisch?
- Wie lange dauern Ausfälle typischerweise?
Schritt 2: Kritische Positionen identifizieren
Nicht alle Positionen sind gleich kritisch:
- Kritisch: Ohne Besetzung kein Betrieb möglich
- Wichtig: Qualitätsverlust bei Unterbesetzung
- Flexibel: Aufgaben können verschoben werden
Für kritische Positionen brauchen Sie robustere Vertretungsregelungen.
Schritt 3: Vertretungsregeln festlegen
Für jede kritische Position:
- Wer kann einspringen? (Qualifikation)
- Wer ist wann verfügbar? (Arbeitszeitmodell)
- In welcher Reihenfolge wird gefragt? (Rotation für Fairness)
Schritt 4: Kommunikation planen
Festlegen:
- Wie wird kommuniziert? (Anruf, SMS, App)
- Wer wird informiert? (Schichtleitung, Betroffene)
- Wann muss gehandelt werden? (Fristen)
Schritt 5: Dokumentation
Der Notfallplan sollte enthalten:
- Eskalationsstufen mit konkreten Auslösern
- Verantwortlichkeiten und Befugnisse
- Kontaktlisten (aktuell halten!)
- Checklisten für jede Situation
- Muster-Texte für Kommunikation
Praktische Umsetzung
Checkliste bei Krankmeldung
Wenn ein Mitarbeiter sich krank meldet:
- Voraussichtliche Dauer erfragen
- Eskalationsstufe bestimmen
- Vertretungsliste prüfen
- Verfügbare Mitarbeiter kontaktieren
- Bei Zusage: Dienstplan aktualisieren
- Team informieren
- Dokumentieren
Schnelle Kontaktaufnahme
Effizienzregeln für die Kontaktaufnahme:
- Parallel kontaktieren: Nicht nacheinander warten
- Klare Frage stellen: „Kannst du heute von X bis Y einspringen?"
- Frist setzen: „Bitte Rückmeldung in 30 Minuten"
- Erste Zusage zählt: Schnell zusagen, nicht abwarten
Muster-SMS/WhatsApp
„Hallo [Name], heute ist [Kollege] krank. Kannst du die [Schicht] von [Uhrzeit] übernehmen? Bitte Rückmeldung bis [Uhrzeit]. Danke!"
Dokumentation des Ausfalls
Festhalten:
- Datum und Uhrzeit des Ausfalls
- Grund (wenn bekannt)
- Getroffene Maßnahmen
- Wer hat übernommen?
- Kosten (Überstunden, Leiharbeit)
Springer-Pool nutzen
Integration in den Notfallplan
Der Springer-Pool ist das Herzstück des Notfallplans:
- Verfügbarkeit klären: Welche Springer sind wann erreichbar?
- Einsatzregeln: Wie schnell müssen Springer reagieren?
- Ausgleich: Wie werden Springer-Einsätze kompensiert?
Rufbereitschaft organisieren
Für kritische Bereiche:
- Regelmäßig wechselnde Rufbereitschaft
- Klare Vergütungsregelung für Bereitschaft
- Definierte Reaktionszeit (z.B. 1 Stunde)
- Technische Erreichbarkeit sicherstellen
Vertretungen einfach organisieren
MyTimeTracker ermöglicht schnelle Umplanung mit Benachrichtigung an verfügbare Mitarbeiter.
- Sofort einsatzbereit
- DSGVO-konform
- Keine Einrichtung nötig
Notbetrieb planen
Wann gilt Notbetrieb?
Notbetrieb tritt ein, wenn:
- Normale Vertretungsregelungen nicht greifen
- Kritische Unterbesetzung besteht
- Keine kurzfristige Lösung möglich ist
Maßnahmen im Notbetrieb
| Maßnahme | Beschreibung |
|---|---|
| Priorisierung | Nur kritische Aufgaben erledigen |
| Reduktion | Leistungsumfang einschränken |
| Kommunikation | Kunden/Patienten informieren |
| Unterstützung | Führungskräfte arbeiten mit |
| Nacharbeit | Plan für Aufarbeitung |
Rechtliche Grenzen beachten
Auch im Notfall gelten:
- Höchstarbeitszeiten
- Ruhezeiten
- Überstundenregelungen aus Arbeitsvertrag/Tarifvertrag
- Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats
Nachbereitung
Auswertung nach Notfall
Nach jedem größeren Ausfall:
- Was ist gut gelaufen?
- Was hat nicht funktioniert?
- Welche Anpassungen sind nötig?
- Lessons Learned dokumentieren
Regelmäßige Überprüfung
Den Notfallplan regelmäßig prüfen:
- Monatlich: Kontaktlisten aktualisieren
- Quartalsweise: Vertretungslisten überprüfen
- Jährlich: Gesamten Plan reviewen
Training des Teams
Das Team sollte den Plan kennen:
- Notfallplan bei Einarbeitung vorstellen
- Regelmäßig an Prozesse erinnern
- Feedback einholen und einarbeiten
Häufige Fragen
Fazit
Ein guter Notfallplan verwandelt Chaos in geordnete Abläufe. Mit klaren Eskalationsstufen, aktuellen Vertretungslisten und definierten Kommunikationswegen wissen alle Beteiligten, was bei Personalausfall zu tun ist. Der Plan muss gelebt, regelmäßig überprüft und an veränderte Gegebenheiten angepasst werden. So werden auch unvorhergesehene Ausfälle zur bewältigbaren Routine.
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