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Notfallplan bei Personalausfall erstellen

Notfallplan bei Personalausfall: Vorbereitung auf kurzfristige Ausfälle, Vertretungsregelungen und Krisenmanagement für die Dienstplanung.

6 Min. Lesezeit
Notfallplan für Personalausfälle auf dem Schreibtisch

Notfallplan bei Personalausfall erstellen

Der Anruf kommt morgens um 6 Uhr: Ein Mitarbeiter fällt aus. Die Schicht beginnt in einer Stunde. Ohne Notfallplan beginnt jetzt hektisches Telefonieren. Mit einem guten Notfallplan wissen alle Beteiligten sofort, was zu tun ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Notfallplan reduziert Stress und Chaos bei Ausfällen
  • Eskalationsstufen definieren, wer wann handelt
  • Vertretungslisten und Springer-Pools vorbereiten
  • Kommunikationswege festlegen und üben
  • Regelmäßig den Plan überprüfen und aktualisieren

Warum ein Notfallplan?

Typische Ausfallszenarien

SzenarioHäufigkeitVorlaufzeit
Akute KrankheitSehr häufigStunden
KinderkrankheitHäufigStunden
UnfallSeltenKeine
Familiärer NotfallGelegentlichStunden
Mehrere gleichzeitige AusfälleSeltenVariabel

Folgen ohne Notfallplan

  • Chaos: Hektisches Telefonieren, Stress für alle
  • Zeitverlust: Wertvolle Zeit geht für Organisation verloren
  • Fehler: Unter Druck werden schlechte Entscheidungen getroffen
  • Ungleichheit: Immer dieselben springen ein
  • Burnout: Chronische Überlastung der Zuverlässigen

Vorteile eines Notfallplans

  • Ruhe: Alle wissen, was zu tun ist
  • Schnelligkeit: Sofortige Handlungsfähigkeit
  • Fairness: Rotierende Vertretungsregelungen
  • Qualität: Durchdachte Lösungen statt Improvisation
  • Dokumentation: Nachvollziehbare Prozesse

Bestandteile eines Notfallplans

1. Eskalationsstufen

Definieren Sie, ab wann welche Maßnahmen greifen:

Stufe 1 – Grün (Normal)

  • Vollständige Besetzung
  • Keine Maßnahmen nötig
  • Regulärer Betrieb

Stufe 2 – Gelb (Einzelausfall)

  • Ein Mitarbeiter fehlt
  • Interne Vertretung aktivieren
  • Springer kontaktieren

Stufe 3 – Orange (Mehrere Ausfälle)

  • Mehrere Mitarbeiter fehlen
  • Rufbereitschaft aktivieren
  • Überstunden anordnen

Stufe 4 – Rot (Kritisch)

  • Kritische Unterbesetzung
  • Notbetrieb einleiten
  • Externe Hilfe (Leiharbeit)
  • Management informieren

2. Verantwortlichkeiten

Wer macht was bei Ausfall?

RolleAufgabe
SchichtleitungErste Reaktion, Springer kontaktieren
TeamleitungEskalation bei Stufe 3+
HRLeiharbeit, langfristige Lösungen
GeschäftsführungEntscheidungen bei Stufe 4

3. Vertretungslisten

Für jede Schicht eine Liste mit:

  1. Erste Wahl: Springer aus dem Pool
  2. Zweite Wahl: Mitarbeiter mit passendem Freizeitprofil
  3. Dritte Wahl: Mitarbeiter, die Überstunden ansammeln können
  4. Vierte Wahl: Externe Unterstützung

4. Kontaktdaten

Zentrale Übersicht mit:

  • Handynummern aller Mitarbeiter
  • Erreichbarkeit (wann am besten)
  • Präferenzen (welche Schichten möglich)
  • Qualifikationen (welche Bereiche)

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Erstellung des Notfallplans

Schritt 1: Bestandsaufnahme

Analysieren Sie zunächst:

  • Wie oft fallen Mitarbeiter aus? (Krankheitsquote)
  • Wann fallen sie am häufigsten aus? (Montage, Winter)
  • Welche Schichten sind kritisch?
  • Wie lange dauern Ausfälle typischerweise?

Schritt 2: Kritische Positionen identifizieren

Nicht alle Positionen sind gleich kritisch:

  • Kritisch: Ohne Besetzung kein Betrieb möglich
  • Wichtig: Qualitätsverlust bei Unterbesetzung
  • Flexibel: Aufgaben können verschoben werden

Für kritische Positionen brauchen Sie robustere Vertretungsregelungen.

Schritt 3: Vertretungsregeln festlegen

Für jede kritische Position:

  • Wer kann einspringen? (Qualifikation)
  • Wer ist wann verfügbar? (Arbeitszeitmodell)
  • In welcher Reihenfolge wird gefragt? (Rotation für Fairness)

Schritt 4: Kommunikation planen

Festlegen:

  • Wie wird kommuniziert? (Anruf, SMS, App)
  • Wer wird informiert? (Schichtleitung, Betroffene)
  • Wann muss gehandelt werden? (Fristen)

Schritt 5: Dokumentation

Der Notfallplan sollte enthalten:

  • Eskalationsstufen mit konkreten Auslösern
  • Verantwortlichkeiten und Befugnisse
  • Kontaktlisten (aktuell halten!)
  • Checklisten für jede Situation
  • Muster-Texte für Kommunikation

Praktische Umsetzung

Checkliste bei Krankmeldung

Wenn ein Mitarbeiter sich krank meldet:

  • Voraussichtliche Dauer erfragen
  • Eskalationsstufe bestimmen
  • Vertretungsliste prüfen
  • Verfügbare Mitarbeiter kontaktieren
  • Bei Zusage: Dienstplan aktualisieren
  • Team informieren
  • Dokumentieren

Schnelle Kontaktaufnahme

Effizienzregeln für die Kontaktaufnahme:

  1. Parallel kontaktieren: Nicht nacheinander warten
  2. Klare Frage stellen: „Kannst du heute von X bis Y einspringen?"
  3. Frist setzen: „Bitte Rückmeldung in 30 Minuten"
  4. Erste Zusage zählt: Schnell zusagen, nicht abwarten

Muster-SMS/WhatsApp

„Hallo [Name], heute ist [Kollege] krank. Kannst du die [Schicht] von [Uhrzeit] übernehmen? Bitte Rückmeldung bis [Uhrzeit]. Danke!"

Dokumentation des Ausfalls

Festhalten:

  • Datum und Uhrzeit des Ausfalls
  • Grund (wenn bekannt)
  • Getroffene Maßnahmen
  • Wer hat übernommen?
  • Kosten (Überstunden, Leiharbeit)

Springer-Pool nutzen

Integration in den Notfallplan

Der Springer-Pool ist das Herzstück des Notfallplans:

  1. Verfügbarkeit klären: Welche Springer sind wann erreichbar?
  2. Einsatzregeln: Wie schnell müssen Springer reagieren?
  3. Ausgleich: Wie werden Springer-Einsätze kompensiert?

Rufbereitschaft organisieren

Für kritische Bereiche:

  • Regelmäßig wechselnde Rufbereitschaft
  • Klare Vergütungsregelung für Bereitschaft
  • Definierte Reaktionszeit (z.B. 1 Stunde)
  • Technische Erreichbarkeit sicherstellen

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Notbetrieb planen

Wann gilt Notbetrieb?

Notbetrieb tritt ein, wenn:

  • Normale Vertretungsregelungen nicht greifen
  • Kritische Unterbesetzung besteht
  • Keine kurzfristige Lösung möglich ist

Maßnahmen im Notbetrieb

MaßnahmeBeschreibung
PriorisierungNur kritische Aufgaben erledigen
ReduktionLeistungsumfang einschränken
KommunikationKunden/Patienten informieren
UnterstützungFührungskräfte arbeiten mit
NacharbeitPlan für Aufarbeitung

Rechtliche Grenzen beachten

Auch im Notfall gelten:

Nachbereitung

Auswertung nach Notfall

Nach jedem größeren Ausfall:

  • Was ist gut gelaufen?
  • Was hat nicht funktioniert?
  • Welche Anpassungen sind nötig?
  • Lessons Learned dokumentieren

Regelmäßige Überprüfung

Den Notfallplan regelmäßig prüfen:

  • Monatlich: Kontaktlisten aktualisieren
  • Quartalsweise: Vertretungslisten überprüfen
  • Jährlich: Gesamten Plan reviewen

Training des Teams

Das Team sollte den Plan kennen:

  • Notfallplan bei Einarbeitung vorstellen
  • Regelmäßig an Prozesse erinnern
  • Feedback einholen und einarbeiten

Häufige Fragen

Detailliert genug, dass jeder weiß, was zu tun ist, aber nicht so kompliziert, dass er im Stress nicht nutzbar ist. Eine Seite mit den wichtigsten Schritten und Kontakten reicht oft aus. Detailregelungen können in Anhängen stehen.
In der Regel die Schicht- oder Teamleitung für die operative Umsetzung. HR oder die Personalplanung sollte den Plan erstellen und aktuell halten. Die Geschäftsführung muss den Plan freigeben und Ressourcen bereitstellen.
Dann greifen die Notbetrieb-Maßnahmen: Priorisierung der Aufgaben, Reduktion des Leistungsumfangs, Information an Kunden. In extremen Fällen kann auch kurzfristige Leiharbeit eine Option sein.
Faire Kompensation (Zuschläge, Freizeitausgleich), rotierende Verteilung der Last, Wertschätzung für Flexibilität und gute Rahmenbedingungen (z.B. keine Routine-Überstunden, damit Puffer für Notfälle bleibt).
Nur wenn Rufbereitschaft oder Überstunden vertraglich oder tariflich geregelt sind. Grundsätzlich können Mitarbeiter nicht gezwungen werden, außerplanmäßig zu arbeiten. In echten Notfällen (z.B. Krankenhaus) kann eine Arbeitspflicht bestehen.

Fazit

Ein guter Notfallplan verwandelt Chaos in geordnete Abläufe. Mit klaren Eskalationsstufen, aktuellen Vertretungslisten und definierten Kommunikationswegen wissen alle Beteiligten, was bei Personalausfall zu tun ist. Der Plan muss gelebt, regelmäßig überprüft und an veränderte Gegebenheiten angepasst werden. So werden auch unvorhergesehene Ausfälle zur bewältigbaren Routine.

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