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Arbeitgeberpflichten bei der Arbeitszeit: Überblick

Was Arbeitgeber bei der Arbeitszeit beachten müssen: Pflichten, Dokumentation und Haftung.

6 Min. Lesezeit
Arbeitgeber prüft Arbeitszeitunterlagen

Arbeitgeberpflichten bei der Arbeitszeit: Überblick

Was Sie als Arbeitgeber bei der Arbeitszeit Ihrer Mitarbeiter beachten müssen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Arbeitgeber tragen die Verantwortung für ArbZG-Einhaltung
  • Dokumentationspflicht für Arbeitszeiten
  • Pflicht zur Gefährdungsbeurteilung
  • Haftung bei Verstößen
  • Informationspflicht gegenüber Mitarbeitern

Übersicht der Pflichten

Hauptpflichten

Was Arbeitgeber müssen:

PflichtGrundlage
Arbeitszeit erfassenBAG-Urteil, ArbZG
Höchstarbeitszeit einhalten§ 3 ArbZG
Pausen gewähren§ 4 ArbZG
Ruhezeiten sicherstellen§ 5 ArbZG
Dokumentieren§ 16 Abs. 2 ArbZG

Organisationspflicht

Was sicherzustellen ist:

  • Planung – Arbeitszeiten so planen, dass ArbZG eingehalten
  • Kontrolle – Einhaltung überwachen
  • System – Erfassungssystem bereitstellen
  • Unterweisung – Mitarbeiter informieren
  • Korrektur – Bei Verstößen eingreifen

Pflichten erfüllen

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Dokumentationspflichten

Was dokumentiert werden muss

Pflichtdokumentation:

DatenAufbewahrung
Überstunden über 8h2 Jahre
Sonn-/Feiertagsarbeit2 Jahre
Nachtarbeit2 Jahre
Gesamte ArbeitszeitEmpfohlen: 2 Jahre

Wie dokumentieren

Anforderungen:

  • Vollständigkeit – Beginn, Ende, Dauer, Pausen
  • Richtigkeit – Tatsächliche Zeiten
  • Zeitnah – Möglichst am selben Tag
  • Manipulationssicher – Nachträgliche Änderung erkennbar
  • Aufbewahrung – 2 Jahre zugänglich

Höchstarbeitszeit

Grenzen einhalten

Was der Arbeitgeber sicherstellen muss:

GrenzeRegelung
Täglich max. 8hGrundsatz
Täglich max. 10hMit Ausgleich möglich
Wöchentlich 48hIm Durchschnitt
Ausgleichszeitraum6 Monate / 24 Wochen

Kontrollpflicht

Wie überwachen:

  • Erfassung – Tägliche Arbeitszeit dokumentieren
  • Auswertung – Regelmäßig prüfen
  • Warnung – System warnt bei Überschreitung
  • Eingreifen – Mitarbeiter nach Hause schicken
  • Ausgleich – Für längere Tage sorgen

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Pausen und Ruhezeiten

Pausenpflicht

Was gewährleistet sein muss:

ArbeitszeitMindestpause
Über 6h30 Minuten
Über 9h45 Minuten
AufteilungMind. 15min-Blöcke

Ruhezeit

Zwischen zwei Arbeitstagen:

  • Mindestens 11h – Zwischen Arbeitsende und -beginn
  • Ununterbrochen – Keine Unterbrechung erlaubt
  • Ausnahmen – Bestimmte Branchen: 10h
  • Planung – Schichten entsprechend planen
  • Kontrolle – Auf Einhaltung achten

Besondere Arbeitnehmergruppen

Erhöhter Schutz

Für diese Gruppen besonders achten:

GruppeBesonderheit
SchwangereMuSchG: Max. 8,5h/Tag
JugendlicheJArbSchG: Max. 8h/Tag, 40h/Woche
SchwerbehinderteAuf Verlangen: keine Überstunden
NachtarbeiterRegelmäßige Untersuchung

Pflichten bei besonderen Gruppen

Details:

  • Schwangere – Keine Nachtarbeit, keine Überstunden
  • Stillende – Stillzeiten ermöglichen
  • Jugendliche – Strenge Zeitgrenzen, keine Nacht
  • Eltern – Elternzeit-Ansprüche beachten
  • Schwerbehinderte – Freistellung von Mehrarbeit auf Wunsch

Nacht- und Schichtarbeit

Zusätzliche Pflichten

Bei Nachtarbeit:

PflichtInhalt
Vorsorge anbietenVor Aufnahme, dann alle 3 Jahre
UmsetzungAuf Tagesarbeitsplatz bei Gesundheitsgründen
AusgleichFreie Tage oder Zuschlag
WeiterbildungGleicher Zugang wie Tagarbeiter

Schichtplanung

Was beachten:

  • Gesundheitsschutz – Schichtrotation beachten
  • Vorausplanung – Rechtzeitig bekannt geben
  • Ausgleich – Für Nacht-/Sonntagsarbeit
  • Betriebsrat – Mitbestimmung beachten
  • Dokumentation – Alle Schichten erfassen

Sonn- und Feiertagsarbeit

Einschränkungen

Was zu beachten:

RegelInhalt
GrundsatzArbeitsverbot
AusnahmenNur gesetzlich definierte
ErsatzruhetagInnerhalb 2 Wochen
Mindestens 15 SonntagePro Jahr frei

Haftung bei Verstößen

Konsequenzen

Was droht:

VerstoßKonsequenz
OrdnungswidrigkeitBußgeld bis 15.000€
Wiederholte VerstößeHöhere Bußgelder
VorsatzStrafrechtliche Relevanz
ArbeitsunfallZivilrechtliche Haftung

Verantwortung

Wer haftet:

  • Arbeitgeber – Primär verantwortlich
  • Geschäftsführung – Persönliche Haftung möglich
  • Führungskräfte – Bei Delegation
  • HR-Abteilung – Bei organisatorischen Mängeln
  • Betriebsleiter – Vor Ort verantwortlich

Informationspflichten

Mitarbeiter informieren

Was mitteilen:

InformationWann
ArbeitszeitregelnBei Einstellung
ZeiterfassungssystemBei Einführung
ÄnderungenBei Anpassungen
RechteAuf Anfrage

Aushangpflicht

Was aushängen:

  • ArbZG – Im Betrieb zugänglich
  • Arbeitszeitregelungen – Betriebsvereinbarung
  • Tarifvertrag – Wenn relevant
  • Dienstplan – Für betroffene Mitarbeiter
  • Ansprechpartner – Bei Fragen zur Arbeitszeit

Betriebsrat

Mitbestimmung beachten

Wo der Betriebsrat mitentscheidet:

ThemaMitbestimmung
Arbeitszeitverteilung§ 87 Abs. 1 Nr. 2 BetrVG
Zeiterfassungssystem§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG
Überstunden§ 87 Abs. 1 Nr. 3 BetrVG
Dienstpläne§ 87 Abs. 1 Nr. 2 BetrVG

Häufige Fragen

Ja, nach dem BAG-Urteil von 2022 sind Arbeitgeber verpflichtet, ein System zur Arbeitszeiterfassung einzuführen und zu betreiben. Die Verantwortung für die Einhaltung des ArbZG liegt beim Arbeitgeber.
Verstöße gegen das ArbZG können mit Bußgeldern bis 15.000 Euro geahndet werden. Bei wiederholten oder vorsätzlichen Verstößen drohen höhere Strafen, bei Unfällen aufgrund von Überarbeitung auch zivilrechtliche Haftung.
Ja, auch bei Vertrauensarbeitszeit müssen Arbeitszeiten erfasst werden. Die Dokumentationspflicht besteht unabhängig vom Arbeitszeitmodell. Vertrauensarbeitszeit betrifft die Flexibilität, nicht die Erfassungspflicht.
Die Erfassung selbst können Mitarbeiter vornehmen. Die Verantwortung für das System, die Kontrolle und die Einhaltung des ArbZG bleibt aber beim Arbeitgeber. Sie müssen ein System bereitstellen und dessen Nutzung sicherstellen.
Bei Prüfungen durch Behörden müssen Sie Arbeitszeitdokumentationen der letzten 2 Jahre vorlegen können. Das umfasst Arbeitszeitaufzeichnungen, Überstundennachweise, Dienstpläne und Pausenregelungen.

Fazit

Als Arbeitgeber tragen Sie die volle Verantwortung für die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes. Das umfasst Dokumentation, Kontrolle, Organisation und Information. Verstöße können teuer werden – nicht nur durch Bußgelder, sondern auch durch Haftungsrisiken bei Unfällen. Ein zuverlässiges Zeiterfassungssystem ist der Grundstein für die Erfüllung aller Pflichten und schützt sowohl Sie als auch Ihre Mitarbeiter.

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