Arbeitsvertrag: Muster-Klauseln zur Arbeitszeit
Gut formulierte Arbeitszeitklauseln verhindern Streit – so geht es richtig.
Das Wichtigste in Kürze
- Klare Regelung der wöchentlichen Arbeitszeit
- Überstundenregelung präzise formulieren
- Arbeitszeitflexibilität ermöglichen
- Unwirksame Klauseln vermeiden
- Im Zweifel rechtlich prüfen lassen
Rechtlicher Hinweis
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht.
Grundlegende Arbeitszeitklauseln
Wöchentliche Arbeitszeit
Basisregelung:
| Element | Beispiel |
|---|---|
| Regelarbeitszeit | "Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 40 Stunden." |
| Teilzeit | "Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 20 Stunden." |
| Verteilung | "Die Arbeitszeit verteilt sich auf Montag bis Freitag." |
Muster-Formulierung
Vollzeit-Beispiel:
Muster Arbeitszeit-Klausel:
"Die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit beträgt
40 Stunden, ausschließlich der Pausen.
Die Verteilung der Arbeitszeit auf die einzelnen
Wochentage richtet sich nach den betrieblichen
Erfordernissen.
Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit werden
durch den Arbeitgeber im Rahmen seines
Direktionsrechts festgelegt."
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Überstundenregelungen
Anordnung von Überstunden
Klausel für Mehrarbeit:
| Variante | Formulierung |
|---|---|
| Mit Zustimmung | "Überstunden bedürfen der vorherigen Anordnung" |
| Im Bedarfsfall | "Bei betrieblichem Bedarf..." |
| Höchstgrenze | "...bis zu X Überstunden monatlich" |
Vergütung oder Abgeltung
Optionen:
- Vergütung – "Überstunden werden zum Stundenlohn + 25% vergütet."
- Freizeitausgleich – "Überstunden werden durch Freizeit ausgeglichen."
- Kombination – "Wahlrecht zwischen Vergütung und Freizeit."
- Pauschalabgeltung – "Mit dem Gehalt sind bis zu X Überstunden abgegolten."
- Warnung – Pauschalklauseln sind oft unwirksam!
Unwirksame Klauseln
Was nicht funktioniert:
| Klausel | Problem |
|---|---|
| "Alle Überstunden abgegolten" | Zu unbestimmt |
| "Unbegrenzt Überstunden" | Verstößt gegen ArbZG |
| "Ohne Ausgleich" | Unwirksam |
| "Nach Bedarf" ohne Grenze | Zu weit gefasst |
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Flexible Arbeitszeitmodelle
Gleitzeit
Klausel für Flexibilität:
Muster Gleitzeit-Klausel:
"Die Arbeitszeit wird im Gleitzeitrahmen von 06:00
bis 20:00 Uhr erbracht. Die Kernarbeitszeit, in
der Anwesenheitspflicht besteht, ist von 09:00
bis 15:00 Uhr.
Zeitguthaben und -schulden werden auf einem
Arbeitszeitkonto geführt. Das Guthaben darf
+40 Stunden, die Schuld -10 Stunden nicht
überschreiten."
Vertrauensarbeitszeit
Regelung:
| Element | Formulierung |
|---|---|
| Grundsatz | "Der AN teilt sich die Arbeitszeit selbständig ein." |
| Dokumentation | "Die Arbeitszeit ist zu dokumentieren." |
| Erreichbarkeit | "Im Rahmen der Kernzeit ist Erreichbarkeit sicherzustellen." |
Arbeitszeiterfassung
Pflicht zur Dokumentation
Klausel:
Muster Dokumentations-Klausel:
"Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, Beginn, Ende
und Dauer der täglichen Arbeitszeit sowie die
Pausen im vom Arbeitgeber bereitgestellten
Zeiterfassungssystem zu dokumentieren.
Die Dokumentation hat zeitnah, spätestens am
folgenden Arbeitstag zu erfolgen."
Sonderregelungen
Rufbereitschaft
Klausel für Bereitschaft:
| Element | Regelung |
|---|---|
| Definition | Was ist Rufbereitschaft |
| Reaktionszeit | Innerhalb von X Minuten |
| Vergütung | Pauschale + Einsatzzeit |
| Häufigkeit | Max. X pro Monat |
Reisezeit
Regelung für Dienstreisen:
Muster Reisezeit-Klausel:
"Reisezeiten im Rahmen von Dienstreisen, die
außerhalb der regulären Arbeitszeit liegen,
werden [als Arbeitszeit vergütet / zur Hälfte
vergütet / nach gesonderter Vereinbarung
geregelt].
Als Reisezeit gilt die Zeit vom Verlassen der
Wohnung bis zur Ankunft am Zielort und zurück."
Änderungsvorbehalte
Direktionsrecht
Flexibilität sichern:
| Klausel | Wirkung |
|---|---|
| Arbeitszeitverteilung | AG kann Lage ändern |
| Arbeitszeitmodell | Änderung nur mit Zustimmung |
| Einsatzort | Betrifft auch Arbeitszeit |
Grenzen
Was nicht geht:
- Umfang nicht änderbar – 40h bleiben 40h
- Ankündigungsfrist – Angemessen, nicht kurzfristig
- Zumutbarkeit – Persönliche Belange beachten
- Mitbestimmung – Betriebsrat einbeziehen
- ArbZG-Grenzen – Max. 10h/Tag, Ruhezeit
Häufige Fragen
Fazit
Gute Arbeitszeitklauseln sind klar, bestimmt und rechtssicher formuliert. Die wöchentliche Arbeitszeit sollte konkret genannt werden, Überstundenregelungen präzise gefasst sein. Pauschale Abgeltungsklauseln sind oft unwirksam – lieber konkret werden. Bei flexiblen Modellen (Gleitzeit, Vertrauensarbeitszeit) die Rahmenbedingungen definieren. Im Zweifel: Von einem Arbeitsrechtler prüfen lassen, bevor es zum Streit kommt.
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